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Geschlecht und Geschlechterrolle

Lehrveranstaltung zur Dimension Geschlecht und Geschlechterrolle

Abtreibung in der argentinischen Literatur

Das Thema Abtreibung ist zurzeit global von gesellschaftlicher Aktualität. In Argentinien, einem Land, in dem die katholische Kirche das öffentliche Leben prägt, erfolgte erst kürzlich die Legalisierung des freiwilligen Schwangerschaftsabbruchs. Die Anzahl der literarischen Auseinandersetzungen mit dem Thema steigt. Die Texte verhandeln 1. die philosophisch-ethischen Fragen der Zeit über den Wert des Lebens und das Recht auf Selbstbestimmung, und reflektieren 2. die biopolitische Strukturierung der Gesellschaft aus einer geschlechterorientierten Perspektive.

Im Seminar lesen wir zwei argentinische Romane, die sich mit dem Thema Abtreibung befassen: Claudia Piñeiros Elena sabe (2007) und Ariel Magnus’ El aborto: una novela ilegal (2018) werden gemeinsam einer Untersuchung unterzogen. Wir befassen uns im Seminar mit der aktuellen rechtlichen Situation in Argentinien und setzen uns mit theoretischen Texten zu Biopolitik, Gender Studies und Interdiskurs auseinander.

Bitte besorgen Sie sich den Roman von Claudia Piñeiro vor Seminarbeginn und lesen Sie ihn komplett bis zum 26.04.: Piñeiro, Claudia. 2019. Elena sabe. Madrid: Alfaguara. ISBN: 978-8420431970. Der Text von Ariel Magnus wird Ihnen auf Ilias zur Verfügung gestellt.

  • Dienstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 05.04.2022 - 12.07.2022) - 2421.05.61 (Z20)

Anerkennung: normative und soziologische Perspektiven

Im Mittelpunkt des Seminars steht Axel Honneths sozialphilosophische Anerkennungstheorie und ihre soziologische Anwendung. Honneths Theorie liegt die These zugrunde, dass ein gelingendes Selbstverhältnis zwingend auf intersubjektive Anerkennung durch andere angewiesen sei. Mit Liebe, Recht und sozialer Wertschätzung werden drei Anerkennungsdimensionen unterschieden, die sich untereinander nicht substituieren lassen. Honneth versteht Gesellschaft als institutionalisierte Anerkennungsordnung, die Anerkennungschancen und Missachtungsrisiken in den drei Dimensionen höchst ungleich verteilt. Die gesellschaftliche Anerkennungsordnung ist umstritten und der „Kampf um Anerkennung“ ein wesentlicher Anstoß für soziale Wandlungsprozesse. Aufbauend auf eine eingehende Beschäftigung mit Honneths Ansatz werden wir uns in dem Seminar mit soziologischen Untersuchungen beschäftigen, die eine anerkennungstheoretische Perspektive verfolgen. Themen werden u.a. Wohlfahrtsstaatlichkeit, prekarisierte Erwerbsarbeit, Paarbeziehungen und Gangsta-Rap sein.

Das Seminar ist lektüreintensiv. Eine erfolgreiche Teilnahme verlangt die Bereitschaft, sich mit einer sozialphilosophischen Theorie vertraut zu machen.

  • Montag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 04.04.2022 - 11.07.2022) - 2321.U1.95 (Z 44)

Aspekte der Philosophie Sally Haslangers: Gender, Race und soziale Konstruktion

Sally Haslanger hat als Vertreterin des analytischen Feminismus immer wieder wichtige Beiträge zu den Themen Race, Gender und Sozialontologie verfasst. Von diesen mittlerweile klassischen Positionen werden wir uns im Seminar einige anschauen. Haslanger versteht die soziale Konstruktion von Gender in Analogie zu der von Race und schlägt für beide Konzepte vor, sie als soziale Positionierungsmechanismen zu verstehen, die ungleiche soziale Verhältnisse hervorbringen und beständig reproduzieren. Aufgrund dessen lehnt sie individualistische psychologische Erklärungen für Diskriminierungs- und Vorurteilsformen wie Sexismus und Rassismus ab, sondern versteht diese als gesellschaftliche strukturelle und institutionelle Phänomene/Probleme, die man nur über kollektives Handeln und gesellschaftlichen Strukturwandel wirksam bekämpfen kann.

  • Dienstag, 08:30 - 10:00 (wöchentlich) - 2321.U1.73 (Z 28)

BBM4c / BBM4d / BFM4a/b / BFM2-1/ BFM2-2: Schreibweisen der Liebe

Wie schreiben Autor*innen über Liebe? Was ist Liebe? 
In Bezug auf Eva Illouz soziologische Überlegungen und anderen theoretischen Positionen loten wir in diesem Seminar die Schreibweisen der Liebe aus. Welche heteronormativen Bedingungen hat das Schreiben über Liebe? Ist Schreiben über Liebe politisch? 

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 04.04.2022 - 11.07.2022) - 2421.03.26

BFM 3a/ BFM 3b/ MGM3a/ MGM3b Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich? Körper, Geschlecht und Identität in der Literatur des Mittelalters

In Zeiten der Selbstoptimierung, Selbstverwirklichung und Individualisierung ist die Auseinandersetzung des Individuums mit dem eigenen Ich von zentraler Bedeutung. Der Anspruch auf Singularität bedingt dabei Prozesse der Formung und Inszenierung des Selbst, wobei sich diese gerade in der Beschäftigung mit dem Körper, dem Geschlecht und der Identität manifestieren können. Die Möglichkeiten der Gestaltung der eigenen Identität, der Erprobung von alternativen geschlechtlichen Wirklichkeiten und der Veränderungen des Körpers bzw. der Konstruktion verschiedener Körperbilder (Duttweiler 2013) verweisen darauf, dass diese Kategorien überaus flexibel, ihre Grenzen durchlässig und individuell veränderbar sind, sie für den Alltag des Individuums und dessen Verankerung in einem gesellschaftlichen Kollektiv aber eine überaus große Rolle spielen. Während man dabei gemeinhin von einer größeren Relevanz dieser Phänomene in der Gegenwart ausgeht, sind Körper, Geschlecht und Identität natürlich keine moderne Erfindung; die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich ist vielmehr eine anthropologische Grundkonstante, die nicht zuletzt im Medium Literatur stattfindet.

Das Seminar möchte anhand von verschiedenen erzählenden Texten, auch vor dem Hintergrund der aktuellen mediävistisch-anthropologischen Forschung, die verschiedenen Formen dieser Auseinandersetzung in der Literatur des Mittelalters in den Blick nehmen und danach fragen, wie Körper, Geschlecht und Identität dargestellt und inszeniert werden: Welche poetischen Strategien werden dabei verwendet und wie werden diese drei Phänomene aufeinander bezogen? Determiniert der Körper das Geschlecht oder das Geschlecht den Körper und wie hängt dies mit Identität zusammen? Welche gelehrten Diskurse werden aufgerufen und welche anthropologischen Wissensbestände aktiviert? Daneben soll es auch um die Funktionen dieser Inszenierungen für Handlung, Erzählen und Figurenzeichnung wie auch um die damit vermittelten Semantiken gehen.

  • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 04.04.2022 - 11.07.2022) - 2421.U1.21 (Z50)

BVM 2c/BBM 2c: Literaturtheorien

Das Seminar führt in verschiedene literarische Theorien und Methoden (etwa Hermeneutik, Intertextualität, Gender Studies, Poststrukturalismus) ein. Diese werden daraufhin auf ausgewählte literarische Texte angewendet.

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 07.04.2022 - 14.07.2022) - 2421.U1.21 (Z50)

BVM 3c Frauenlieder des Mittelalters

Am Beginn volksprachlicher europäischer Lyrik stehen im Mittelalter überaschenderweise Frauenlieder. Gemeint sind nicht Lieder weiblicher Autorinnen, die im deutschen Minnesang anders als in der altfranzösischen Lyrik nicht überliefert sind. Vielmehr geht es um imaginierte Rollenentwürfe männlicher Autoren, in denen Frauen den Part des lyrischen Ichs übernehmen. Trotz dieser Einschränkung sind diese Strophen und Lieder wichtige kulturgeschichtliche Zeugnisse und Spuren, weil sie prägende Rollenbilder für Liebe und Geschlechterverhältnis definieren. Auch bieten sie die Gelegenheit für einen Perspektivwechsel, um den männlich dominierten Minnesang von der anderen Seite her zu betrachten.

  • Montag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 04.04.2022 - 11.07.2022) - 2453.01.81

BVM 3c Identität und Gesellschaft in Hartmanns von Aue Artusroman `Iwein´

Hartmanns von Aue ‚Iwein‘ ist der zweite deutsche und auch Hartmanns zweiter Artusroman: Nach Hartmanns erstem Artusroman ‚Erec‘, wo sich der Protagonist als Artusritter bewährt, aber in eine tiefe Krise stürzt, weil es ihm zunächst nicht gelingt, seine Liebesbeziehung mit Enite in das erstrebenswerte Gesellschaftsmodell zu integrieren und die beiden sich miteinander verligen, d.h. sich ausschließlich ihrer körperlichen Zuneigung hingeben, erzählt Hartmanns zweiter Artusroman gewissermaßen vom gegenteiligen Fall: Im Roman wird die Geschichte des Ritters Iwein erzählt, der nach der Heirat mit Laudine seinem Dasein als Landesherrscher das des Artusritters vorzieht und seine Frau sowie die mit ihr eingegangenen Verpflichtungen im Laufe der Zeit vergisst und sich ‚verrittert‘. Ziel beider Protagonisten ist es, personale und gesellschaftliche Identität als miteinander in kompatibel zu erfahren, was ihnen aber zunächst nicht gelingt. Für Iwein äußert sich diese Störung des Gleichgewichtes von Ich und Gesellschaft als tiefe Krisenerfahrung im wahnsinnigen Zustand: Fernab der Gesellschaft lebt er selbstvergessen als Wilder im Wald und muss sich erst wiedererkennen. Schließlich gelingt es Iwein ausgehend von diesem Tiefpunkt seinen Status als Ritter und Landesherr wiederherzustellen. Dabei werden weitere personale Beziehungen, v.a. die Freundschaft, thematisch auserzählt. 

Der Roman erzählt also davon, wie der Einklang von Gesellschaft und personaler Identität gestört und am Ende wiederhergestellt wird. Welche Rolle dabei Männlichkeitskonzepte im ritterlichen Wertesystem einnehmen und wie Liebe, Ehe und Landesherrschaft aber auch Modelle von Freundschaft in den gesellschaftlichen Diskurs der Artusritter integriert werden, diese Konstituenten lotet der Roman aus.

In der intensiven Arbeit am Text erforschen wir ebenso Erzählstrukturen wie Erzählmotive und werden in Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsbeiträgen verschiedene methodische Ansätze erproben, in ihren literaturtheoretischen Prämissen reflektieren und in ihren spezifischen Erkenntnismöglichkeiten wie -grenzen ausloten.

 

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 04.04.2022 - 11.07.2022) - 2421.U1.21 (Z50)

Binge-Watching the Struggle: Gender- und Klassenverhältnisse in MAID (USA 2021). (Christoph Büttner)

Im Vordergrund von MAID (USA 2021, C: Molly Smith Metzler) stehen die
Erfahrungen einer jungen Mutter (Alex/Margaret Qualley) mit
patriarchaler Gewalt, Armut, Obdachlosigkeit und schlecht bezahlter
Hausarbeit. In diesem Sinne versucht sich die Netflix-Serie an einer (zu
fragen wäre: kritischen?) Auseinandersetzung mit einer US-Amerikanischen
Gegenwartsgesellschaft, die sie indes über eine Individualperspektive
vermittelt. Dabei verspricht MAID einem internationalen Publikum, „sich
mit ihren [i.e. Alex] Schwierigkeiten identifizieren und gleichzeitig
mit ihren Erfolgen mitfiebern [zu] können“, zielt also – nicht zuletzt
in ihren Inszenierungsstrategien – auf eine affektive Adressierung ihrer
Zuschauer*innenschaft. In dieser Grundkonfiguration der Serie stecken
zahlreiche, miteinander verwobene Schwierigkeiten, die wir im Seminar
gemeinsam herausarbeiten werden: Wie etwa steht die individuelle und
subjektive Fokalisierung der Serie zu ihrer gesellschaftsanalytischen
Ebene? Welcher Wissensformen und persuasiven Strategien bedient sie
sich? Welche Gender- und Klassenverhältnisse impliziert MAID für die von
ihr repräsentierte Gesellschaftsformation? Inwieweit lässt sich in
diesen Repräsentationen eine politische Positionierung erkennen? Und
welche Rolle spielt dabei der (kulturindustrielle)
Produktionshintergrund von Netflix? Um diese Fragen diskutieren zu
können, wird eine wöchentliche Lektüre wissenschaftlicher Literatur und
die Sichtung von Serienepisoden vorausgesetzt.

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 19.04.2022 - ) - 2303.01.63 (Z 26)

Boys Day 2022

  • Donnerstag, 10:30 - 12:30 (Einzeltermin, 28.04.2022 - 28.04.2022) - 2301.HS 3D (Z 425)

Chicago's Renaissances and the Making of Modern America

Tracing atradition from the first Chicago Renaissance at the beginning of the twentiethcentury to today, this course explores the particular, often political, natureof cultural production emerging from Chicago. Authors, such as Upton Sinclair,Richard Wright, Gwendolyn Brooks, Lorraine Hansberry, and Eve L. Ewing, askimportant questions about the realities of 'modern life' in a 'modernmetropolis.' In addition to identifying and negotiating tensions betweentradition and modernization that manifest in America's 'second city', the worksof these authors convincingly demonstrate that the major political, social anddemographic upheavals caused by European immigration, WWI, the Great Migration,and the Civil Rights Movement, in turn required Americans to continuously adapt,transform, and 'modernize'.        

In thecourse of the semester, we will employ a variety of theoretical approaches,such as diaspora/migration studies, space and mobility studies, theories of thearchive and feminist theory, in order to acquire a sophisticated understandingof how the writers and artists associated with Chicago's two renaissances contributedto the artistic, social, and political modernization of Chicago and the rest ofthe U.S.    

This courseis open to all students interested in Chicago's renaissances. Your willingnessto prepare and actively discuss longer texts is absolutely required.     

N.B.: Thereadings and discussions in this course will necessarily force you to engagewith representations of violence, trauma and racism. For some, doing so may beemotionally and intellectually challenging. If you need more information onthese issues before our first meeting, feel free to contact me:rond@phil.hhu.de.

  • Mittwoch, 12:30 - 14:00 (wöchentlich) - 2421.00.94 (Z64)

Constructing Memory: Form and Function in Female Fictions from Zimbabwe

„Die Themen Erinnerung und Identität sind in der zeitgenössischen Erzählliteratur ebenso allgegenwärtig wie in wissenschaftlichen Diskursen. Vor allem in den so genannten New English Literatures […] sind eine verstärkte Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe sowie eine zunehmend kritische Reflexion der Grundprobleme der sinn- und identitätsstiftenden Vergangenheitsaneignung zu beobachten.“ Birgit Neumann

In this seminar we will focus on how memory is constructed in three seminal Zimbabwean novels: from the acclaimed novel of initiation /Martha Quest/ by the winner of the Nobel Prize Doris Lessing to the contemporary novels of Yvonne Vera and Tsitsi Dangarembga. While the impact of the colonial force of 19th century Britain has influenced the former of the three novels, both postcolonial authors of the second half of the 20th century have redefined the structural composition to align the form with their socio-historical/cultural and idiosyncratic background.

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich) - 2332.U1.21

Doubt and Progress: Victorian Literature

Since the beginning of the twentieth century, the term ‘Victorian’ has had a rather bad reputation. Conjuring up a fusty image of steam engines, alienated labourers, stern patriarchs, unhappy women, inhuman asylums, and schoolmasters propagating old-fashioned values, all things ‘Victorian’ seems at odds with our contemporary modernity. While elements of this image can certainly be found in the literature of the period, however, many Victorian writers were in fact critical of the very values with which they are often associated. More importantly, they saw themselves as living in an “age of transition” (Bulwer-Lytton), in which fundamental terms of our human existence were up for debate: What kind of animals are humans? Is there a God and, if not, in what are we supposed to believe? Or can we live without faith? What is the relationship between art and work? Or between the individual and the social? How is an independent woman supposed to live and act? If you are interested in such questions, this course might be for you. We will study a broad range of texts, including poems, essays, and canonical novels. Participants will be introduced to the literary and intellectual history of a major period of European literature.

 

  • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich) - 2321.02.22 (Z 34)

Eyes Wide Open - Kino und Blicktheorie

Der Sehsinn erschafft aus einem riesigen Strom an im Auge eintreffenden Informationen ein Abbild der Welt in unseren Köpfen. In der westlichen Wahrnehmung wird daher der Sehsinn als der Wichtigste aller Sinne betrachtet, galt dieser lange als Ort der Produktion von Bildern. Das Auge wurde also dem Körper entkoppelt und als alleinstehendes Merkmal für unsere Wahrnehmung deklariert. So sind, im Rahmen der Medienrezeption, Analysen entstanden, die die Synergien zwischen Filmwahrnehmung und dem visuellen Sinn untersuchen. Demnach obliegt der Blick einer patriarchalen Ordnung, welcher ideologische Bilder produziert (Vgl. Mulvey 1975). Diese ideologische Einflussnahme findet sich auch im Kino wieder. Die Kamera vereinnahmt den Blick der Zuschauer*innen und tritt an dessen Position. Die Zuschauer*innen werden zu Subjekten, deren Wahrnehmung durch die Kraft des Kinos als Machtapparat beeinflusst wird (Vgl. Baudry 1970). Ausgehend von der hierarchischen Aufstellung der Sinne, entstehen eine Reihe kritischer Fragestellungen, die die Ästhetik und Eigenschaften des Mediums Film für einen Diskurs öffnen. Beispielsweise wird das voyeuristische Wesen des Kinos in der feministischen Filmtheorie mittels Konzepte, wie etwa wie dem Male Gaze offengelegt und ideologische Blicke dekonstruiert (Vgl.Mulvey 1975, Williams 1990, Marks 2002). In zeitgenössischen Theorien der Filmwissenschaft werden dialogische Beziehungen zwischen Film und Körperlichkeit der Zuschauer*innen berücksichtigt, die die Kinoerfahrung als synästhetisch-körperliche Erfahrung fassen (Sobchack 1992) – und sie damit terminologisch nicht auf die bloße Unterwerfung des Blicks reduzieren.

Das Vorhaben des Seminars besteht darin, beginnend von der Ontologie des Sehens bis hin zur Praxis des Filmeschauens, einen angewandten Diskurs auf queer-feministische Konzepte von Subjekt-Objekt-Beziehungen zu öffnen sowie das Kino als einen Ort synästhetischer Wahrnehmung zu erleben.

Das Seminar bietet zudem einen theoretischen Exkurs in die filmanalytische Betrachtungsweise von formal-ästhetischen Gestaltungsmitteln sowie Mise en Scéne, um die diegetischen Perspektiven des Films zu analysieren. Neben der Aufarbeitung von psychoanalytischen bis filmtheoretischen Texten werden unterstützend zur Veranschaulichung Filme wie Eyes Wide Shut (R: Stanley Kubrick, 1999), Peeping Tom (R: Michael Powell, 1959), Pink Narcissus (R: James Bidgood, 1971) oder auch Enter the Void (R: Gaspar Noé, 2009) diskutiert.

  • Donnerstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich) - 2421.01.85 (Z121)

Gender Politics in Contemporary American Drama

During the last forty years many outstanding American playwrights have resolutely chal­lenged monolithic assumptions about gender roles. They have significantly contributed to the plurality of American drama by highlighting the many possibilities of negotiating gender. Consequently, the focus of the seminar will be twofold: it will introduce students to the works of leading playwrights who are eminently visible on the American stage and it will place their respective works in a gender oriented framework. Since the staging of LGBTQI & heterosexual performances will be read as highly context-specific, we will also have to focus on the various cultural, political, and historical backgrounds.

All participants are required to attend regularly and should be willing to actively engage in critical debate. Students will be expected to read extensively, since we will discuss both gender theory and plays. The reading progress will be checked regularly throughout the semester.

Texts for purchase:
- David Henry Hwang, M. Butterfly. New York: Plume, 1989.
- Neil LaBute, The Shape of Things. New York: faber and faber, 2001.
- Suzan-Lori Parks, Topdog / Underdog. New York: Theatre Communications Group, 2002.

Further material will be made available online on ILIAS:
- Paula Vogel, How I Learned to Drive. New York: Dramatists Play Service, 1998
et al.

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich) - 2421.00.94 (Z64)

Gender Studies / Media Studies - Eine Einführung

Der Begriff "Gender" ist allgegenwärtig – er wird in hitzigen Debatten über Sprachgebrauch aufgebracht und in reaktionärer Polit-Rhetorik als Mittel, um progressive Tendenzen verächtlich zu machen. Es ist jedoch unvermeidlich, über Gender zu sprechen, wenn es um Körper, Gehälter, Sexualität, Identität, Bildung, Gesetze, Religion sowie politische und mediale Repräsentationen geht. Ziel des Kurses ist es, "Gender Studies" als ein vergleichsweise junges, interdisziplinäres Feld nachzuvollziehen und verschiedene Konzepte zu beleuchten, was Gender ist oder sein kann.

Der Kurs richtet sich an Studierende, die sich für Gender Studies interessieren, gleichermaßen auch an diejenigen, die sich in diesen Diskursen (noch) nicht gut auskennen und ein grundlegendes Verständnis des Begriffes, seiner Bedeutungen und Auswirkungen erwerben möchten. Es werden theoretische Schlüsseltexte gelesen, und die konzeptuellen Gender-Theorie-Werkzeuge im Folgenden für die Analyse von Artefakten in verschiedenen Medienformen genutzt. Diese umfassen Literatur, Popmusik, audiovisuelle und Bildmedien.

Unterrichtssprache ist Deutsch. Einige Texte werden im englischen Original gelesen.

Der Kurs wird als Intensivkurs / Blockseminar vom 18.-21. Juli, 10-16 Uhr abgehalten.

Mitte/Ende Mai (Termin noch festzulegen) gibt es ein Info-Meeting mit den interessierten Studierenden.

  • 10:00 - 16:00 (Blockveranstaltung, 12.09.2022 - 15.09.2022) - 2321.01.22 (Z 48)

Gender, Race und soziale Konstruktion

Sally Haslanger hat als Vertreterin des analytischen Feminismus immer wieder wichtige Beiträge zu den Themen RaceGender und Sozialontologie verfasst. Von diesen mittlerweile klassischen Positionen werden wir uns im Seminar einige anschauen. Haslanger versteht die soziale Konstruktion von Gender in Analogie zu der von Race und schlägt für beide Konzepte vor, sie als soziale Positionierungsmechanismen zu verstehen, die ungleiche soziale Verhältnisse hervorbringen und beständig reproduzieren. Aufgrund dessen lehnt sie individualistische psychologische Erklärungen für Diskriminierungs- und Vorurteilsformen wie Sexismus und Rassismus ab, sondern versteht diese als gesellschaftliche strukturelle und institutionelle Phänomene/Probleme, die man nur über kollektives Handeln und gesellschaftlichen Strukturwandel wirksam bekämpfen kann.

 

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich) - 2421.01.81 (Z20)

Gender, war and terrorism

In the studies on war and terrorism, gender is often approached as a difference between the sexes rather than a social construct signifying a relationship of power. The former approach does not tell us how gender impacts the relationships occurring in the background. In this seminar, we will use the perspective of gender as a construction to analyze power relations in war and conflict as well as inside the military and terrorist groups by unpacking its application to different social and cultural contexts and the conception of assigned gender roles.

This applies especially to conflict settings where gender is experienced differently across time, space, and cultures, depending on the discourse it operates within. Hence, experiencing gender construction differs from person to person, based on the encountered experiences, sociocultural expectations towards one's biological sex, and one’s positionality towards the discourse. In this seminar, we will see that gender power relations are not only applying to men exerting power over women but also within each of the categories (women-women, men-men, women-men).

In the seminar we will discuss questions, such as: Is war inherently masculine? Can women be the perpetrators? How does military masculinity affect the understanding of citizenship? We will attempt to find answers to those and more questions by surveying existing literature and debating the current topics in the field. Students will be introduced to the feminist theories and concepts on gender, war, and terrorism and shown how to incorporate them within the field of Political Science.

The seminar is separated into three main blocks. In the first block, we will discuss the theoretical and conceptual background on gender and war. The second block is devoted to sexual violence and war crimes. The third block deals with the variety of women’s roles in terrorist groups.

Seminar objectives:

At the end of the seminar the students will be able to:

  • Understand the main concepts and theories on gender, war and terrorism
  • Develop the capacity to study gender constructions from different angles
  • Critically engage with the discussed literature
  • Prepare independent research on war and terrorism using gender as an analytical category.

  • Freitag, 09:00 - 18:00 (Einzeltermin, 13.05.2022 - 13.05.2022) - 2421.01.82 (Z30)
  • Samstag, 09:00 - 18:00 (Einzeltermin, 14.05.2022 - 14.05.2022) - 2421.01.82 (Z30)
  • Freitag, 09:00 - 18:00 (Einzeltermin, 20.05.2022 - 20.05.2022) - 2421.01.82 (Z30)
  • Samstag, 09:00 - 18:00 (Einzeltermin, 21.05.2022 - 21.05.2022) - 2421.01.82 (Z30)

Genderbasierte Diskriminierung und sexualisierte Gewalt in der Wissenschaft

Genderbasierte Diskriminierung und sexualisierte Gewalt in der Wissenschaft wurden in der jüngeren wissenschaftssoziologischen und -ethischen Forschung als ein erhebliches Problem erkannt. Im Seminar werden wir uns mit den zentralen Konzepten und Ansätzen aus diesem Forschungsfeld beschäftigen. Insbesondere werden wir auf die Konzepte der Diskriminierung und sexualisierten Gewalt eingehen und verschiedene Diskriminierungstheorien vergleichend diskutieren. Ferner werden wir empirische Daten zu verschiedenen Formen der genderbasierte Diskriminierung und sexualisierten Gewalt in der Wissenschaft vergegenwärtigen und eine Reihe von Fallstudien zu diesem Thema betrachten. Vor diesem Hintergrund werden wir dann auf ethischen Aspekte dieses Themas eingehen. Beispielsweise werden wir diskutieren, welche Formen professioneller Verantwortung im Dozierenden-Studierenden-Verhältnis gelten sollten, welche moralischen Rechte durch genderbasierte Diskriminierung und sexualisierte Gewalt in der Wissenschaft verletzt werden und inwiefern sexuelle Übergriffe im Forschungskontext als wissenschaftliches Fehlverhalten aufgefasst werden können. Ferner werden wir auf konkrete institutionelle Regelungen zum Umgang mit genderbasierter Diskriminierung und sexualisierter Gewalt in wissenschaftlichen Institutionen eingehen. Das Seminar richtet sich an Studierende aller Fachbereiche, es werden keinerlei philosophischen, juristischen oder sozialwissenschaftliche Kenntnisse vorausgesetzt. Fachliteratur, Folien, Thesenpapiere und Online-Tests zum BN-Erwerb werden in ILIAS zugänglich gemacht.

  • Montag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich) - 2201.HS 2B (Z 101)

Girls'Day Chemie

  • Donnerstag, 10:00 - 12:00 (Einzeltermin, 28.04.2022 - 28.04.2022) - 2641.HS 6H (Z 80)
  • Montag, 09:30 - 12:00 (Einzeltermin, 11.04.2022 - 11.04.2022) - 2643.00.34

GirlsDay / BoysDay

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (Einzeltermin, 28.04.2022 - 28.04.2022) - 2321.HS 3H (Z 388)
  • Donnerstag, 08:00 - 10:00 (Einzeltermin, 28.04.2022 - 28.04.2022) - 2321.HS 3H (Z 388)

Gregor von Tours und die Frauen

Die „Zehn Bücher Geschichten“, das monumentale Geschichtswerk des Bischofs Gregor von Tours († 593), sind eine der wichtigsten Quellen des Frühmittelalters. Mitunter haben wir sogar ausschließlich durch Gregors Bericht Kenntnis von bestimmten Ereignissen. Im Seminar geht es insbesondere um die zahlreichen von Gregor dargestellten Frauen: Von Chlothilde, der Ehefrau Chlodwigs I., über die erbitterte Feindschaft zwischen den Königinnen Fredegunde und Brunichild bis hin zu den aufrührerischen Nonnen von Poitiers, heiligen Äbtissinnen und flüchtigen Ehefrauen, Gregor schrieb über sie alle. Der Schwerpunkt des Seminars wird auf der gemeinsamen Quellenlektüre liegen, daneben wird auch die Überlieferungsgeschichte des Werkes Beachtung finden.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme sind die Übernahme eines Referates oder die Anfertigung eines Protokolls.

  • Freitag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich) - 2321.U1.93 (Z 18)

Grundlagen der Care-Ethik

1982 erschien Carol Gilligans Buch "In a Different Voice: Psychological Theory and Women's Development" als Kritik an Lawrence Kohlbergs Theorie der Moralentwicklung. Gilligan entfaltet dort ein Modell der zwei Moralen, in dem eine männliche und eine weibliche Ethik kontrastierend gegenüber gestellt werden. Sowohl im Hinblick auf die Rolle von Rationalität in moralischer Entscheidungen wie in Bezug auf die (a)Symmetrie menschlicher Beziehungen ergeben sich ihrer Auffassung nach zwei spezifische Betrachtungsweisen.

Gilligans Ansatz wird als wichtiger Beitrag zur feministischen Ethik betrachtet, der besonders auch im Bereich der Pflegeethik große Wirksamkeit entfalten konnte. In die von Gilligan ausgehende Entwicklung der Care-Ethik sind im Laufe der Zeit weitere philosophische Einflüsse aufgenommen worden; wie etwa Martin Heideggers Begriff der Sorge um das "Seinkönnen" des anderen oder Paul Ricoeurs Fürsorge-Konzeption.

Im Seminar werden die Wurzeln der Care-Ethik aus Grundlagentexten hergeleitet und auf diesem Wege die Entwicklung des heutigen Verständnisses nachgezeichnet. 

Voraussetzung für einen Beteiligungsnachweis ist die aktive Beteiligung an den Seminardiskussionen. Die Veranstaltung findet in Präsenz statt. Die Texte werden über Moodle bereitgestellt. Teilweise werden wir auf englischsprachige Texte zurückgreifen.

Die Modulabschlussprüfung ist im BA Basismodul: Praktische Philosophie II (PO 2018) und im Basiswahlpflichtmodul Ethik (PO 2013) möglich. Als Prüfungsform ist die Studienarbeit mit einer Präsentation im Blockseminar vorgesehen.

  • 09:00 - 16:00 (Blockveranstaltung, 25.07.2022 - 28.07.2022) - 2321.U1.73 (Z 28)

Internationale Bewegungen und Bildung in Japan

In allen Kulturen sind Bildung, Erziehung und Sozialisation kontroverse Praktiken.Sie sind in einem gesellschaftlichen Kontext eingebettet, der lokalspezifisch aber gleichzeitig untrennbar von internationalen Bewegungen ist. In diesem Seminar werden einige internationale Bewegungen besprochen (z.B.reformpädagogische, kommunistisch/sozialistische, feministische und Schwulen-Bewegungen).
Seminar-Teilnehmende, die einen BN erwerben möchten, sollen in einer Gruppenarbeit eine Forschungsfrage entwickeln und diese im Interview mit Studierenden der Sophia Universität (Tokyo) anwenden. Die erhobenen Daten sollen dann analysiert und präsentiert werden.

* Der Kurs ist auf 30 Studierende beschränkt (mit BN-Erwerb). Darüber hinaus sind aber Studierende, die an der Thematik Interesse haben, herzlich eingeladen (zugelassen) auch einfach so an dem Seminar teilzunehmen.

  • Montag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich) - 2303.01.43 (Z 44)

Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf das Schreiben

In dieser Lehrveranstaltung widmen wir uns kulturwissenschaftlichen Perspektiven auf das Schreiben mit einem besonderen Augenmerk auf Interkulturalität.
Nach einer theoretischen Einführung in zentrale Begrifflichkeiten und Anwendungsfelder des Creative Writing rückt zunächst die Writing Culture-Debatte und somit die Rolle des Schreibenden in den Fokus unserer Betrachtungen. Anhand von Fallbeispielen aus der Wissenschaft der Ethnologie nähern wir uns dem Themenfeld Subjektivität vs. Objektivität im wissenschaftlichen Schreibprozess (u.a. Mead-Freeman-Kontroverse; Carlos Castaneda und die Frage nach Wahrhaftigkeit und Fiktion). Wir diskutieren das Potenzial kreativer Schreibprozesse für das kulturwissenschaftliche Arbeiten und erproben verschiedene Ansätze ethnographischen Schreibens in der Praxis (Feldforschungstagebuch; Autoethnographie; partizipative Forschung und Co-Autorenschaft; cultural poetics und narrative Performanz).
Auf dieser Grundlage erfolgt in der Auseinandersetzung mit dem Thema Macht und Autorenschaft eine Analyse ausgewählter Schriftstücke im Hinblick auf die Dekonstruktion von Stereotypen, Klischees, Ethnozentrismen und Rassismen.
Als SeminarteilnehmerIn erhalten Sie schließlich Einblick in zentrale Methoden kultursensiblen Schreibens und erproben diese im Rahmen praktischer Übungen. Hierzu werden Sie in aktuelle Strömungen der interkulturellen Bildung eingeführt und für einen interkulturell kompetenten Umgang mit verschiedenen Textformen sensibilisiert.
Diese wöchentliche Lehrveranstaltung ist dynamisch ausgerichtet, richtet sich an BA-Studierende der Medien- und Kulturwissenschaften und stellt eine ausgewogene Mischung aus praktischen und theoretischen Anteilen dar.

  • Montag, 18:30 - 20:00 (wöchentlich, 11.04.2022 - ) - 2332.U1.47

Körperinszenierungen: Geschlecht, Mode, Moral

Das Seminar vermittelt relevante Begriffe, Konzepte und Werkzeuge für die Analyse hauptsächlich zeitgenössischer Inszenierungen von Körpern. Nach einer einführenden Block-Sitzung, in der theoretisches Grundwerkzeug erarbeitet werden soll, beschäftigen wir uns mit der Analyse und Reflektion von Körperinszenierungen in diversen medienkulturellen Prozessen. In diesen Beispielen greifen wir auf künstlerische wie alltägliche Körperinszenierungen zurück, richten den Blick ins Internet, in Sportarenen und Fitnesscenter und auf Tanz-und Theaterbühnen. Den thematischen Angelpunkt des Seminars stellt die Mode dar, mit ihren medialen Inszenierungen von Körpern in der Fotografie, in Magazinen, auf Laufstegen und der Straße. Die gemeinsame analytische Arbeit in den Block-Sitzungen wird durch die Lektüre weitgehend englischsprachiger Texte vorbereitet. 

  • Samstag, 09:00 - 17:00 (Einzeltermin, 23.04.2022 - 23.04.2022)
  • Samstag, 09:00 - 17:00 (Einzeltermin, 28.05.2022 - 28.05.2022)
  • Samstag, 09:00 - 17:00 (Einzeltermin, 18.06.2022 - 18.06.2022)

MGM 2a/b Frauenschicksale aus aller Welt im Spiegel der Literatur. Zwangsheirat, Ehrenmord, Genitalverstümmelung, Gewalt in der Partnerschaft, Zwangsprostitution

Alle zweieinhalb Tage – so zeigt die aktuelle Statistik des Bundeskriminalamts – wird eine Frau in Deutschland durch ihren (Ex-)Partner getötet. Die Organisation UNICEF geht davon aus, dass in jedem Jahr weltweit 12 Millionen Mädchen unter 18 Jahren zwangsverheiratet werden. Mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen leiden nach Schätzungen der Organisation der Vereinten Nationen an den physischen und psychischen Folgen weiblicher Genitalverstümmelung. Auch die Zahlen zu polizeilich erfassten Vergewaltigungen und Fällen von Zwangsprostitution allein in Deutschland zeichnen ein düsteres Bild: 2020 werden 29.419 Fälle von sexuellen Übergriffen – mit 28.131 weiblichen Opfern – registriert und 406 Opfer von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung verzeichnet. Das sind nur die zur Anzeige gebrachten Fälle. Die Dunkelziffer ist erheblich höher. Überall in europäischen Städten werden junge, verschleppte oder mit falschen Versprechungen angelockte Frauen aus anderen Ländern zur Prostitution gezwungen, oft sogar Minderjährige. Deutschland gilt aufgrund seiner liberalen Gesetzeslage als Eldorado der Freier. Diese schockierenden Fakten und Zahlen belegen, dass weibliche Existenz weltweit nach wie vor mit enormen Gefahren und Gewalterlebnissen verknüpft ist. Von den Errungenschaften der Frauenemanzipationsbewegungen profitieren nur Frauen in den westlichen Industrienationen, und selbst dort bei Weitem nicht alle. Das Seminar möchte sich Frauenschicksalen aus aller Welt in exemplarischen Lektüren literarischer Texte und Erlebnisberichte widmen. Im Zentrum stehen dabei die Themen weibliche Genitalverstümmelung, Ehrenmord, Zwangsheirat, Zwangsprostitution, Vergewaltigung und Gewalt gegen Frauen in der Partnerschaft.

  • Dienstag, 16:30 - 20:00 (wöchentlich, 05.04.2022 - 12.07.2022) - 2421.U1.24 (Z109)

Männer, Frauen und Divers: Einführung in die Geschlechtersoziologie

Trotz des Gleichheitsversprechens der Moderne gehört Geschlecht nach wie vor zu den wichtigsten Indikatoren von Ungleichheiten. Die soziologische Befassung mit diesem speziellen Merkmal umfasst sowohl die Prozesse der sozialen Herstellung von Geschlecht als auch die Konsequenzen für die Zuweisung gesellschaftlicher Positionen. Das Seminar führt in die wichtigsten Theorien der Geschlechterforschung ein. Dafür werden Original-Texte von Geschlechter-Forscher*innen gelesen und diskutiert.

Das Seminar findet als online-Seminar statt.

 

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 07.04.2022 - 14.07.2022) - 2331.U1.66 (Z 46)

Philosophinnen in Krisenzeiten: Arendt, Beauvoir, Weil

In den meisten Philosophiegeschichten stehen die männlichen Vertreter ihrer Zunft im Zentrum. Mag dies in Anbetracht der in erster Linie durch Philosophen geprägten europäischen Philosophie für weite Teile der Philosophiegeschichte nicht ganz abwegig sein, so zeigt ein Blick in das 20. Jahrhundert, dass gleich mehrere Philosophinnen nicht nur in den Fokus der fachwissenschaftlichen Diskussion, sondern auch der breiteren Öffentlichkeit rücken. Hannah Arendt, Simone de Beauvoir und Simone Weil sind drei Philosophinnen, die den Zeitgeist des 20. Jahrhunderts maßgeblich mitgeprägt haben. In Zeiten großer Unsicherheit, politischer sowie soziokultureller Umbrüche und verheerender Kriege vereint alle drei Denkerinnen die Sehnsucht nach Frieden und gesellschaftliches Engagement. Dennoch zeigen sich auch Unterschiede: Beauvoir wirkte im Kreis der französischen Existenzialisten um Camus und Sartre, Arendt geprägt von ihren Lehrern Jaspers und Heidegger größtenteils in den USA, und Weil als politische Aktivistin und Mystikerin. Alle drei Philosophinnen entwickeln in Krisenzeiten visionäre Ideen zu so unterschiedlichen Themen wie Fragen der Moral, der Freiheit, der Beziehung von Individuum und Gesellschaft oder auch des Mensch-Gott-Verhältnisses. Nicht zuletzt aufgrund der historischen Ereignisse im 20. Jahrhundert stehen dabei immer wieder die Kontingenz und Fragilität des menschlichen Seins im Mittelpunkt: Wie kann der Mensch in einer Welt leben, in der Krieg und Gewalt allgegenwärtig sind? Das Seminar möchte anhand einer möglichst breiten Textauswahl die Kerngedanken von Arendt, de Beauvoir und Weil herausarbeiten und auf ihre Gemeinsamkeiten sowie Differenzen unter besonderer Berücksichtigung des historischen Kontextes hin befragen.

Im Rahmen des Seminars ist eine Exkursion zur Ausstellung Simone de Beauvoir und "Das andere Geschlecht" in der Bundeskunsthalle in Bonn am Freitag, den 8.7.22, geplant.

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 12.04.2022 - ) - 2302.U1.81

Russian Imperial Situations

The Russian Empire and the Soviet Union have always experienced imperial situations; and the Russian Federation to some extend is too. Among the features that define(d) these imperial situations are extending the borders, integrating (and colonizing) external and internal people by different means, defining “areas of interest” abroad, and establishing connections rather between the regions individually and the center than among the regions. At its peak, the Russian Empire and the Soviet Union were broad territories with many different ethnicities, languages, religions or other markers of multiple belonging, with a variety of policies to govern its imperial objects, imperial phantasies, with traveling concepts, things and multi-layered conflicts. Therefore, after the Soviet Union fell apart, Russia and the other post-Soviet countries are facing imperial legacies: artificial borders, old rifts and ideas of belonging, and a strife for power that is fueled by an idea of what is lost.

In this lecture circle, we want to offer an international study experience to our students from different universities (Düsseldorf, St. Petersburg, Tblissi) and combine our expertise on Russian imperial situations in order to give an overview of Russia’s history as an empire and multi-ethnic state. While doing so we will exemplify different historiographical approaches like gender as useful category for historical analyses, theories of nationalism, the explanatory possibilities of space and objects. We will cover the period from the 18th century until the end of the 20th century.

  • Donnerstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich) - 2301.HS 3C (Z 126)

Translating Queer Young Adult Literature

Young Adult Literature gehört mit zu den Genres, die am häufigsten aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt werden – und doch bleiben zahlreiche YA-Texte unübersetzt, besonders dann, wenn es um queere Inhalte geht.

In diesem Kurs werden wir uns mit der Frage beschäftigen, welche besonderen Herausforderungen es für Übersetzer*Innen queerer YA-Literatur gibt und wie wir uns ihnen stellen können. Wie übersetzen wir das Pronomen „they/them“ und wie lassen sich Neopronomen übertragen? Ist „gay“ dasselbe wie „schwul“? Heißt es im Deutschen „queer“ oder etwa „quer“? Was, wenn die Übersetzung durch transkulturelle oder stilistische Elemente noch komplexer wird? Mit solchen und ähnlichen Fragen werden wir uns anhand verschiedener zu übersetzender Textausschnitte beschäftigen. Wir werden uns auch die Frage stellen, welche der Romane übersetzt werden und welche nicht – und warum das der Fall sein könnte.

Die Ausschnitte aus Romanen wie Mason Deavers I Wish You All The Best, Mackenzi Lees Loki – Where Mischief Lies, Aiden Thomas’ The Cemetery Boys, und Klassikern wie Emily M. Danforths The Miseducation of Cameron Post werden als Scans zur Verfügung gestellt.

  • Mittwoch, 12:30 - 14:00 (wöchentlich) - 2321.U1.95 (Z 44)

UKS2462 Rhetorik und Kommunikation für Frauen

  • Mittwoch, 10:00 - 18:00 (Einzeltermin, 31.08.2022 - 31.08.2022) - 2522.U1.52 (Z 48)
  • Freitag, 10:00 - 18:00 (Einzeltermin, 02.09.2022 - 02.09.2022) - 2522.U1.52 (Z 48)
  • Mittwoch, 10:00 - 18:00 (Einzeltermin, 07.09.2022 - 07.09.2022) - 2522.U1.52 (Z 48)

What Women Want: Translating `The Marriage of Sir Gawain´

In this class, we will translate <em>The Marriage of Sir Gawain</em>, a 200-lines fragment of a tale that was quite popular in late medieval England. It revolves about the quest for an answer: What do women want? However, the story doesn’t end when the question is answered, because a bargain between King Arthur and a cursed woman sends one of his knights, Sir Gawain into a whole new predicament. The tale is rather short – and thus suitable for a translation project like this – yet has a lot to offer in terms of common romance narratives and motifs, gender representation, and humour.</p> <p>The primary aim of this class consists in creating a full translation of <em>The Marriage of Sir Gawain</em>, which will be published, along with an introduction and explanatory footnotes, on this website: <a href="https://hhumedievaltranslations.wordpress.com">https://hhumedievaltranslations.wordpress.com</a></p> <p>This class will be a practice-oriented one: students will make first experiences with translation, proofreading, and researching contexts, especially. In the course of this translation project, we will compare this version of the tale with others that circulated in medieval England, among which is the “Wife of Bath’s tale” from Chaucer’s <em>Canterbury Tales</em>. This will allow students to access comparative methods of analysis and practice their application. APs can be taken in the form of term papers and oral exams.

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 05.04.2022 - ) - 2321.U1.76 (Z 69)

Verantwortlichkeit: