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Weltanschauung und Religion

Lehrveranstaltungen zur Dimension Weltanschauung und Religion

(Creative Writing Seminar) Clans: stories about clan mentality, exclusion, racism, and other -isms

Modern Societies often rely on distinctions of different, often self-contained value systems, or pockets. The dialectic of Us vs. Them, or even of niche-ism. The nuclei of these systems can be religion, racism, 'Impfgegner' (as we are now seeing), to name a few, but also can spring from something as seemingly banal as hyper-focused hobbies or even survival methods in parts of the world where 'a clan' is arguably necessary. In this course, we want to look at stories that deal with this interesting element of our modern lives, and discuss positives and negatives and even arrive at some definitions. This is the theoretical element of the course, but we will be also engaging with short fiction, and writing our own story, which we will workshop with the other students. 

  • Montag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich) - 2321.U1.46 (Z 109)

(Self-)Translation in Anglophone Arab Narratives

The label 'Anglophone Arab' signals that translation will matter in one way or another for subjects, writers and narratives that pertain to the Anglophone Arab world: Maneuvering between English and Arabic languages and cultures and creating spaces of contact, Anglophone Arab narratives frequently work with and through concepts and strategies of translation. They thus testify to exchange and interrelations between and among cultures the world over. Oftentimes, these narratives also reflect critically on power structures that govern contact between cultures and acts of translation: English as an erstwhile imperial language and the dominance of 'Western' cultures in our contemporary world are just two reasons for looking closely at translation and self-translation in Anglophone Arab narratives. Leila Aboulela's short story "The Museum" (1999) engages with translation on the level of culture. Laila Lalami's novel The Moor's Account (2014) retells the Spanish conquest of American territories from the perspective of a black slave from the Arab world accompanying the conquerors, translating Spanish into English and embellished historical accounts into a more nuanced report of the violence of colonial conquest. Last but not least, Hisham Matar's The Return (2016) uses the genre of life-writing for translation of the self. Together, we will explore different levels and strategies of translation, paying attention to how languages and translations are implicated in culture-spanning power structures.

 

Content note: The literatures that we are going to engage with contain passages that may be triggering for some readers. These passages address topics such as torture, enslavement and rape. If you are concerned about how reading about these things might make you feel, you are welcome to reach out to me so that we can find a solution together.

  • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich) - 2332.U1.47

Antisemitismus in Deutschland und Frankreich

Antisemitismus ist ein gesellschaftliches Problem, das häufig im Kontext des Zweiten Weltkriegs und der Shoah diskutiert wird. Weniger oft werden Formen von Antisemitismus vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in den Blick genommen. Im Seminar untersuchen wir Dynamiken und Erscheinungsformen des Antisemitismus in Deutschland und Frankreich vom Mittelalter bis heute. Wir lernen, antisemitische Stereotype und Codes zu erkennen, um radikalen Positionen, Verhaltensweisen und Verschwörungsmythen entschlossen entgegentreten zu können.

In Deutschland ist das kollektive Bewusstsein der Verantwortung für den Holocaust zwar noch ausgeprägt, dürfte in den kommenden Jahren aber angesichts immer weniger werdender Zeitzeugen weiter zurückgehen. In anderen Ländern verhindert die deutsche Kriegsschuld häufig eine tiefergehende Auseinandersetzung mit eigenem Antisemitismus vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. In Frankreich werden antisemitische Vorfälle im 19. Jahrhundert (z.B. Dreyfus-Affäre), die Rolle der Vichy-Regierung und zeitgenössischer Antisemitismus (z.B. Attentat 2015) zunehmend gesellschaftlich diskutiert. Wir werden im Seminar auch digitale Medien einbeziehen, um aktuelle Formen von Antisemitismus in beiden Ländern zu untersuchen.

Vom 5.-7.5.2022 findet außerdem die Tagung „Antisemitismus im europäischen Schulunterricht“ statt, die ebenfalls von den Seminarteilnehmern besucht werden kann. Hier sprechen renommierte Antisemitismusforscher wie z.B. Prof. Stefanie Schüler-Springorum (Leiterin des Zentrums für Antisemitismus-Forschung, Berlin).

 

Teilnahmevoraussetzung BN: regelmäßige, aktive Teilnahme + Referat

Teilnahmevoraussetzung AP: regelmäßige, aktive Teilnahme + schriftliche Studienleistung

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 06.04.2022 - 13.07.2022) - 2481.U1.43

BEM 3c Hartmanns Gregorius und die Suche nach (vor)moderner Identität

Hartmann von Aue hat um 1190 die faszinierende Geschichte „von dem guoten sundære“ verfasst – die Geschichte ‚eines guten Sünders’. Der Dichter erzählt in Reimpaarversen das außergewöhnliche und beispielhafte Leben des Protagonisten Gregorius: Aus einer Geschwisterliebe entstanden, wird das Inzestkind in einem fremden Land von einem geistlichen Ziehvater groß gezogen. Nach der Entdeckung seiner furchtbaren Abstammung führt der Weg Gregorius aus dem Kloster zurück in die höfische Welt. Dort heiratet er unwissentlich seine Mutter – eine ‚Sünde‘, für die er eine exorbitante Buße wählt und sich 17 Jahre an einen Stein kettet. Von göttlicher Gnade am Leben erhalten, wird Gregorius am Ende der Geschichte ‚geheiligt‘ und zum Papst berufen.

Wir werden Hartmanns Werk im Seminar intensiv lesen und gemeinsam besprechen. Dabei steht die wöchentliche Auseinandersetzung mit dem mittelhochdeutschen Text im Vordergrund. Daneben werden wir uns auch mit Hartmanns französischer Vorlage „La vie du pape Saint Grégoire“ beschäftigen und so verstehen lernen, wie mittelalterliche Dichter an und mit ihren Vorlagen gearbeitet haben, wie ‚deutsche‘ Texte in der Auseinandersetzung mit ‚französischen‘ Texten entstanden sind. Ein Schwerpunkt des Seminares bildet die Frage nach der Identität des Protagonisten. Hierzu werden wir die Themen Fremdbestimmung und Eigenverantwortung in den Blick nehmen. Es ist die Mischung aus einer sündig-höfischen Herkunft und einer geistlichen Sozialisation, die Gregorius‘ Identität zu einer brüchigen Identität macht. Hartmann stellt hier am Beispiel der literarischen Figur Gregorius (philosophische) Fragen, die Menschen (auch heute noch) grundlegend beschäftigen: Wer sind wir? Was macht uns aus? Und inwiefern bestimmen unsere Vergangenheit und Herkunft unsere Zukunft? Ziel des Seminars ist es, einen mittelhochdeutschen Text grundlegend kennenzulernen und ihn hinsichtlich seiner Sprache, seines Inhaltes und eines programmatischen Schwerpunktes zu analysieren. Besonderes Augenmerk wird auf das wissenschaftliche Arbeiten gerichtet.

  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 06.04.2022 - 29.06.2022) - 2453.01.81

Climate Change Fiction: Literature in the Anthropocene

Increasingly, contemporary literature explores the many challenges of the climate crisis: Depicting extreme weather, melting glaciers, burning forests, ocean acidification, resource depletion and massive species extinction, climate change fiction challenges us to rethink the (unwanted) consequences of our lifestyles. What are the stories we need about climate change and how should we read them? In this seminar, we will discuss a number of climate change fictions, exploring how they engage with environmental change and the precarious effects of human ‘terraforming’ in the age of the Anthropocene. After all, climate catastrophes, mass extinction, rising oceans, and deforestation are also political in nature, and scholars therefore increasingly call for new narratives and vocabularies about our environment. Which role(s) does literature serve in discussions of environmental catastrophes and climate change? Can it provide a nudge to action? What are the affordances of literary forms in dealing with our most pressing global crisis? Drawing on literary theory and environmental studies, we will discuss the role of literature in the Anthropocene, analyzing how it provides vocabularies, forms and narratives that might enable more ethically sustainable relations between humans and the planet.

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich) - 2421.00.94 (Z64)

Die Kreuzzüge. Vom Ersten Kreuzzug bis zum `Fall von Akkon´

Anlässlich der türkischen Eroberung Kleinasiens und des darauf folgenden Hilferufs des byzantinischen Kaiserreichs hielt Papst Urban II. ab November 1095 eine Serie von Kreuzpredigten in Südfrankreich.

Infolgedessen dessen fanden zahlreiche bewaffnete Züge gegen Andersgläubige durch christliche Ritter, Monarchen und Seefahrer statt, maßgeblich in den Orient und in das "Heilige Land". In späterer Zeit fanden auch Kreuzzüge in andere Gebiete und gegen Häretiker statt, darunter auf der Iberischen Halbinsel, ins Baltikum und gegen Mongolen oder die Albigenser. Während dieser Unternehmungen etablierten sich neue Königreiche und Ritterorden. Zugleich fand ein intensiver Austausch zwischen den unterschiedlichen Kulturen statt. Motivation, Durchführung und Zielsetzung einzelner Kreuzzüge konnten sehr unterschiedlich sein.

Dies soll in dem Aufbauseminar behandelt werden.

 

  • Dienstag, 18:30 - 20:00 (wöchentlich) - 2321.U1.93 (Z 18)

Die Neue Rechte: Strategien und Ästhetiken einer transnationalen Vernetzungskultur

Im Jahr 2020 hat das Bundesamt für Verfassungsschutz in seinem jährlichen Bericht erstmalig auf den losen Verbund "Neue Rechte" hingewiesen: "Unter der Bezeichnung Neue Rechte wird ein informelles Netzwerk von Gruppierungen, Einzelpersonen und Organisationen gefasst, in dem rechtsextremistische bis rechtskonservative Kräfte zusammenwirken, um anhand unterschiedlicher Strategien teilweise antiliberale und antidemokratische Positionen, in Gesellschaft und Politik durchzusetzen."

In der wissenschaftlichen Literatur ist der Begriff schon länger bekannt. "Neue Rechte" taucht erstmalig in den 1960er-Jahren als Selbstbezeichnung neo-nazistischer Akteure in Frankreich und der BRD auf, die sich rhetorisch und ästhetisch vom Hitler-Faschismus absetzen wollten, während sie an ihrer völkischen Gesinnung festhielten. Heutzutage wird der Begriff mal im engeren, mal im weiteren Sinne verwendet. Die damit bezeichneten Akteure eint aber ein antimodernistisches Weltbild, das sich häufig expllizit anti-feministisch äußert und dem ein Rassismus zugrunde liegt, der eher kulturalistisch statt biologistisch argumentiert.

Das Seminar nimmt den schillernden Begriff zum Anlass, einige Akteure und Strategien zeitgenössischer, rechtsextremistischer Politik näher zu beobachten. Dabei ist von Interesse, wie sich verschiedene Bewegungen auf transnationaler Ebene vernetzen und voneinander lernen. Es soll also neben der deutschsprachigen Neuen Rechte auch um die französische Nouvelle Droite, die Eurasier-Bewegung in Russland sowie die nordamerikanische Alt-Right-Bewegung und deren Verbindungen zueinander gehen.

Ferner gehen wir auf deren Agieren in digitalen Räumen ein. Viele der angesprochenen Akteure haben eins gemein. Sie nutzen internetbasierte Technologien um ihre Ideologien zu verbreiten und sich zu organisieren. Dies reicht von Memes, Internetforen, bis hin zu unzähligen Chatgruppen, mittels derer die Neue Rechte den Kulturkampf ausficht, in dem sie sich wähnt. Dank ihrer ausgeprägten Aktivität im Bereich der digitalen Kommunikation hat die Neue Recht längst Anteil an der populären Massenkultur, die den digitalen Alltag mitstrukturiert.

Das Seminar hat zum Ziel, die zentralen Konzepte und Ästhetiken der Neuen Rechte näher zu betrachten und in das Spektrum autoritärer Politk einzuordnen. Besonderer Augenmerk liegt dabei auf die medialen Praktiken, mit denen diese Bewegung sich ausdrückt und für sich wirbt. Die Annahme ist, dass diese Praktiken darauf zielen, affektiv wirkmächtig zu werden, worin sie mitunter auch erfolgreich sind. Dies bildet wiederum den Ausgangspunkt für eine kritische Analyse und Gegenrede.

  • Freitag, 10:00 - 16:00 (Einzeltermin, 15.07.2022 - 15.07.2022) - 2332.U1.21
  • Samstag, 10:00 - 18:00 (Einzeltermin, 16.07.2022 - 16.07.2022) - 2303.01.22 (Z81)
  • Freitag, 10:00 - 16:00 (Einzeltermin, 22.07.2022 - 22.07.2022) - 2303.01.22 (Z81)
  • Samstag, 10:00 - 18:00 (Einzeltermin, 23.07.2022 - 23.07.2022) - 2303.01.22 (Z81)

Doubt and Progress: Victorian Literature

Since the beginning of the twentieth century, the term ‘Victorian’ has had a rather bad reputation. Conjuring up a fusty image of steam engines, alienated labourers, stern patriarchs, unhappy women, inhuman asylums, and schoolmasters propagating old-fashioned values, all things ‘Victorian’ seems at odds with our contemporary modernity. While elements of this image can certainly be found in the literature of the period, however, many Victorian writers were in fact critical of the very values with which they are often associated. More importantly, they saw themselves as living in an “age of transition” (Bulwer-Lytton), in which fundamental terms of our human existence were up for debate: What kind of animals are humans? Is there a God and, if not, in what are we supposed to believe? Or can we live without faith? What is the relationship between art and work? Or between the individual and the social? How is an independent woman supposed to live and act? If you are interested in such questions, this course might be for you. We will study a broad range of texts, including poems, essays, and canonical novels. Participants will be introduced to the literary and intellectual history of a major period of European literature.

 

  • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich) - 2321.02.22 (Z 34)

Einführung in die afrikanische Geschichte

Die Vorlesung gibt einen Überblick über die lange Geschichte auf dem afrikanischen Kontinent und seinen Weltbezügen (vom alten Ägypten bis Nelson Mandela). Sie bekommen einen Einblick in überregionale Handelsnetze (Transsahara, Indischer Ozean, Atlantische Welt, Verbreitung der Eisenherstellung), Verbreitung des Islam und des Christentums in Afrika, die Bedeutung von Zwangsarbeit und Versklavungshandels, die Bedeutung der modernen imperialen Bestrebungen der westlichen Mächte, die Komplexität und Ambivalenz der kolonialen Situation, die verschiedenen Phasen der Dekolonisation, die afrikanische Integration (Gründung der OAU). Dabei wird sowohl die Unterschiedlichkeit betont, gleichzeitig der paradigmatische Satz des nigerianischen Historikers Ade Ajayi, die koloniale Epoche sei nur eine Periode in der langen Geschichte Afrikas gewesen verstehbar gemacht.

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (wöchentlich) - 1612.HS Ersatz (Z 598)

Ethik

Muss man ein Versprechen unter allen Umständen halten? Welche Lügen sind erlaubt? Warum soll man für Not leidende Menschen in Krisengebieten Geld spenden? Dürfen wir das Fleisch anderer Lebewesen essen? So oder ähnlich stellen sich im Alltag Fragen nach dem richtigen Handeln. Diese Fragen werden in der Ethik auf eine grundsätzliche Weise aufgenommen: An welchen Prinzipien oder Werten sollen wir uns in unserem Handeln orientieren, wie lassen sich moralische Prinzipien begründen?

Die Vorlesung gibt anhand klassischer Positionen von der Antike bis zur Gegenwart einen einführenden Überblick über das Gebiet der Ethik. Dabei werden die wichtigsten Grundbegriffe und Konzepte der normativen Ethik vorgestellt, meta-ethische Fragen und exemplarische Konzepte der angewandten Ethik erläutert.

 

Die Vorlesung findet in Präsenz statt, Folien und begleitende Texte zur Vorlesung werden auf der Lernplattform moodle bereit gestellt. Audiodateien einer früheren Vorlesung, deren Inhalte nicht vollständig, aber in weiten Teilen der Vorlesung dieses Semesters entsprechen, werden ebenfalls auf moodle zugänglich gemacht. Ergänzend zur Vorlesung findet Freitags von 14:30-16 Uhr ein Tutorium zur Vorlesung statt (Tutor Jonas Ouass). Der Besuch des Tutoriums ist nicht verpflichtend, wird aber insbesondere zur Klausurvorbereitung empfohlen.

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (wöchentlich) - 2321.HS 3E (Z 224)
  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (Einzeltermin, 07.09.2022 - 07.09.2022) - 2321.HS 3E (Z 224)
  • Montag, 12:30 - 14:00 (Einzeltermin, 05.09.2022 - 05.09.2022) - 2321.01.24 (Z 50)

Extremismus und Diskurs (Französisch/Italienisch/Spanisch)

In den vergangenen Jahrzehnten haben europäische Studien Extremismus häufig entweder mit Terrorismus und Radikalisierung oder mit der extremen Rechten in Verbindung gebracht. Jüngste Phänomene wie die Polarisierung während der COVID-19-Krise legen nahe, dass das Thema Extremismus und die Rolle extremer Narrative auch in noch stärkerem Maße die demokratische Gesellschaft in ihrem Zusammenhalt betrifft.

Das Masterseminar versucht eine Bestimmung der Verfasstheit extremer Narrative und der Modi ihrer Aktualisierung im Diskurs. Es soll nach der Verbreitung und den historischen Wurzeln extremer Narrative, ihrer Wirkung und ihrer Rolle in Polarisierungsprozessen gefragt werden. Über die Frage, wie extremistische Narrative erkannt werden können, hinaus sollen auch die diskursive Implementierung von Schutz- und Gegenmaßnahmen behandelt werden.

Bei der Analyse soll es sowohl um die theoretische Erfassung der Begriffe "Extremismus", "Narrativ" und "Diskurs" gehen als auch um methodologischen Grundlagen einer empirischen quantitativen wie qualitativen Diskursanalyse.

Das Seminar findet im Kern als Blockseminar (Kolloquium) am 23. und 24. Juni 2022 statt. An diesen Tagen werden wir mit einer Reihe von Experteninnen und Experten aus dem In- und Ausland diskutieren können. Das Kolloquium findet daher in englischer Sprache statt. Die Teilnehmenden haben Gelegenheit, eigene Beiträge für dieses Kolloquium vorbereiten. Vorbereitungssitzungen, an denen auch die studentischen Beiträge besprochen werden, finden am Do 7.4.2022, 10.30-12.00, Do. 21.4.2022, 10.30-12.00 und 2.6.2022, 10.30-12.00 statt. BN nach Referat. AP durch Studienarbeit oder ggf. Hausarbeit. Mündliche Prüfung im Ausnahmefall nach Absprache.

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (Einzeltermin, 07.04.2022 - 07.04.2022) - 2624.U1.043 Bio Neubau
  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (Einzeltermin, 21.04.2022 - 21.04.2022) - 2624.U1.043 Bio Neubau
  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (Einzeltermin, 02.06.2022 - 02.06.2022) - 2624.U1.043 Bio Neubau
  • Donnerstag, 09:00 - 18:00 (Einzeltermin, 23.06.2022 - 23.06.2022)
  • Freitag, 09:00 - 18:00 (Einzeltermin, 24.06.2022 - 24.06.2022)

Faschismus: Von Mussolini und der `Konservativen Revolution´ zur `Neuen Rechten´?

Faschismus – von Mussolini und der „Konservativen Revolution“ zur „Neuen Rechten“?

Ist die Aussage „Björn Höcke ist ein Faschist“ Schmähkritik oder eine legitime Meinungsäußerung? Diese Frage beschäftigte am 26. September 2019 das Verwaltungsgericht Meinigen. Der Prozess macht deutlich, dass es sich bei dem Begriff „Faschismus“ um einen hochgradig umstrittenen Begriff handelt. Das Gericht kam zu dem Urteil, die Aussage sei zulässig, da sie an reale Handlungen und Äußerungen anknüpft. Es zitiert unter anderem Aussagen, in denen Höcke gegen einen angeblich „bevorstehenden Volkstod durch Bevölkerungsaustausch“ wettert und sich für eine „Reinigung“ Deutschlands ausspricht. Nicht nur vor Gericht ist der Begriff „Faschismus“ umstritten. Während einige Forscher*innen dafür plädieren, den Begriff ausschließlich auf Bewegungen anzuwenden, die in der Zwischenkriegszeit entstanden, betonen andere ideologische Kontinuitäten zwischen dem historischen Faschismus und „neofaschistischen“ Bewegungen wie der so genannten „Neuen Rechten“. Im Zuge des Seminars sollen gemeinsam ein Begriff des Faschismus erarbeitet und Fragen diskutiert werden wie:

-        Gibt es einen ideologischen „Kern“ des Faschismus?

-        Inwiefern knüpfen Bewegungen wie die „Neue Rechte“ an eine Tradition faschistischer Bewegungen an?

-        Inwiefern stellen faschistische Bewegungen eine Antwort auf Modernisierungsprozesse sowie gesellschaftliche und historische Entwicklungen dar?

-        In welchem Verhältnis steht der Faschismus zu verschiedenen politischen Spektren, sowie zu Populismus, Nationalismus, Rassismus oder Antisemitismus?

-        Inwiefern stellen faschistische Bewegungen eine Bedrohung für demokratische Gesellschaften in der Gegenwart dar?

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 05.04.2022 - 12.07.2022) - 2302.03.22

Frauen und Marxismus in Japan

Marxismus etablierte sich während des 20. Jahrhunderts zu einer der wichtigsten theoretischen Strömungen in Japan. Die weltweit erste Veröffentlichung der gesammelten Werke von Marx und Engels erschien 1932 in japanischer Sprache. Es ist also nicht verwunderlich, dass Japanisch auch weiterhin – neben Deutsch und Englisch – die wichtigste Sprache für marxistisch-theoretische Forschung darstellt.

In diesem Seminar werden wir uns nicht nur mit den akademischen, sondern auch mit den politischen Entwicklungen des Marxismus im Kontext Japan beschäftigen. Dazu erarbeiten wir zunächst die Grundideen der von Marx und Engels begründeten Gesellschaftslehre und Theorie der politischen Ökonomie. Wir betrachten die Einflüsse des Marxismus auf die Arbeiter*innenbewegung im frühen 19. Jahrhundert und bis in die radikalen linken Bewegungen Ende der 1960er Jahre in Japan. Wir lernen Schlüsselfiguren kennen und widmen uns dem Diskurs um die sogenannte „Frauenfrage“.

 

Die Veranstaltung findet online und an zwei Terminen (27. Mai und 03. Juni) im Block statt. Die Voraussetzungen für den Erwerb eines Beteiligungsnachweises und der Seminarplan werden in der ersten Sitzung am 05. April bekanntgegeben.

  • Dienstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich) - 2303.01.43 (Z 44)

Holocaust und seine politische Instrumentalisierung im postsowjetischen Raum: Belarus, Russland und die Ukraine im Vergleich

Am 3. Juli 2021 sprach der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko in seiner Rede in der Gedenkstätte „Hügel des Ruhmes“ (Kurgan Slawy) vom „belarussischen Holocaust“ bzw. vom „Holocaust des belarussischen Volkes“ im Zweiten Weltkrieg: dieser „belarussische Holocaust“ sei im Ausland wenig bekannt, während die Juden „ihren Holocaust“ der ganzen Welt bewiesen hätten und man sich nunmehr vor ihnen verbeuge und sogar Angst habe, auf sie mit dem Finger zu zeigen. Lukaschenkos antisemitische Entgleisung, „die Juden“ würden den Holocaust nutzen und aus ihm Profit schlagen, rief eine Empörungswelle in Israel und im Ausland hervor. Sie stellt jedoch keine Ausnahme dar und spiegelt vielmehr die politische Instrumentalisierung der jüdischen Tragödie in der belarussischen Diktatur wider.

In dieser Veranstaltung wird zunächst der Holocaust in den besetzten sowjetischen Gebieten beleuchtet. Anschließend stehen der Umgang mit dem nationalsozialistischen Judenmord in der UdSSR und in den postsowjetischen Staaten Russland, Belarus und die Ukraine in einem breiten Kontext der innen- und außenpolitischen Entwicklung dieser Länder.

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich) - 2321.00.46

How to Deal with Populists: The Populists Challenge and Party Systems in Europe

MA Course Syllabus

How to Deal with Populists: The Populists Challenge and Party Systems in Europe
summer term 2022; Thursday 10:30-12:00; 23.03.01.70
(taught in English language)

Anmeldung
Für alle Lehrveranstaltungen ist eine Anmeldung über LSF erforderlich. Bitte melden Sie sich innerhalb des Anmeldezeitraums unverzüglich von einer Lehrveranstaltung wieder ab, wenn Sie diese nicht besuchen wollen!
Module:
MS Pol. Kom. (SO 2011): Strukturen und Akteure
MS SOW 2011: Demokratisches Regieren
MS SOW 2018: Partizipation, Parteien und Parlamente
1\u0009 Requirements
Regular active participation and a very good knowledge of spoken and written English are required. All written and oral work (including essays and exams) will be in English language.
2\u0009 Synopsis
The events in Thuringia, when a FDP politician was elected Prime Minister with the votes of the right-wing Populist AfD highlighted the pitfalls of dealing with Populist challenger parties. While many politicians, particularly in Germany, readily assert that there can only be one proper way of dealing with these parties, the empirical reality is, as always, a lot more complex and multifaceted.
This begins with the widespread misperception that Populism is a rather recent phenomenon. In fact, it is as old as democracy. Also, Populist parties are by no means new. One of the first successful Populist parties dates from 1973, when it came from nowhere to upset the hitherto orderly configuration of the Danish party system. Furthermore, we have seen several approaches by mainstream parties vis-à-vis Populists ranging from strict demarcation to formal coalition. Similarly, the outcome of such strategies seems quite unpredictable: It is by no means empirically certain that strict demarcation is the most promising strategies to weaken Populists; yet, the same is true for cooperation.
This seminar intends to clarify the origin(s) and the substantive meaning of Populism before it takes a closer look at the concepts of Populist and mainstream parties. It will then investigate the interaction between Populists and mainstream parties in Europe by looking at a range of individual countries and comparative studies.
The respective configurations of national party systems will be discussed with reference to the institutional conditions in individual countries including the possibilities to govern with minority cabinets and the ease to call early elections. In sum, this seminar will not only familiarize students with Populism, parties and party system change across Europe but also with the considerable variation of constitutional arrangements that set the institutional boundaries of party competition.

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 07.04.2022 - 14.07.2022) - 2303.01.70 (Z 16)

Jiddisch 2

In diesem Sprachkurs werden weitere Kenntnisse des Jiddischen vermittelt: Grammatische Strukturen, Schreib- und Konversationskenntnisse und kulturelle Hintergründe. Die Lehrveranstaltung setzt den Sprachkurs Jiddisch 1 fort.

  • Dienstag, 08:30 - 10:00 (wöchentlich, 05.04.2022 - 14.07.2022) - 2421.06.61 (Z20)

Literature and Religion

In this class we will go through a variety of literary (though not necessarily religious) texts from different periods, as well as theoretical and historical texts, that will allow us to reflect on the interrelation and divisions between literature and religion.

First session: 7. April

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich) - 2321.02.24 (Z 30)

MFM 2a/b: Jüdisch-Sein in der Literatur von 1945 bis heute

Was bedeutet es, im Deutschland der zweiten Hälfte des 20. Jhs. jüdisch zu sein – nach der Judenverfolgung und -vernichtung in der Shoah? Der Reflexion dieser Frage in der Literatur von jüdischen Autor:innen, von Nelly Sachs und Paul Celan bis Barbara Honigmann und Maxim Biller, will sich das Seminar zuwenden.

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 05.04.2022 - 12.07.2022) - 2453.U1.81

MGM 1 a/b - Ludwig Wittgenstein: Sprache und Welt

Der weit über die Sprachwissenschaft und auch Sprachtheorie hinaus wirkungsmächtige Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889-1951) hat in seinem Sprachdenken gleich zwei Modelle entwickelt, wie man sich mit der Sprache zur Welt verhält. Diese beiden Modelle widersprechen sich durchaus in macherlei Hinsicht. In seinem frühen Entwurf, dem 'Tractatus logico-philosophicus' von 1918, legt er inmitten einer europäischen Welt im Umbruch in aus seiner Sicht durchaus klaren Sätzen fest, wie die Welt (sprach-)logisch erfasst werden kann. In seinem 1953 erschienenen Werk 'Philosophische Untersuchungen' entwickelt er dagegen ein Sprachmodell, das die Begriffe 'Sprachspiel', 'Lebensform', 'Regel' und 'Gebrauch' in den Mittelpunkt stellt. Diese 'Philosophischen Untersuchungen' sind nicht nur zu einem der zentralen Ideengeber der modernen Sprachwissenschaft geworden, sie prägten und prägen auch bis heute Intellektuelle, Schriftstellerinnen und Schriftsteller u.v.a.m. Ein Schwerpunkt des Seminars wird die Unternehmung sein, (vor allem) Wittgensteins (späten) sprachtheoretischen Ansatz anhand seiner Begriffe zu rekonstruieren. Auch die reiche Rezeptionsgeschichte vor allem in der 'Postmoderne' möchte ich mit Ihnen ansehen, weil diese unsere Weltinterpretation bis heute prägt. Der französische Philosoph J.- F. Lyotard (1924-1998) beruft sich z. B. explizit auf Wittgensteins Sprachtheorie, wenn er 1979 im Rahmen seines epochemachenden Essays 'Das postmoderne Wissen' die großen Erzählungen des Abendlandes als 'Sprachspiele' bezeichnet und sie damit sprachtheoretisch sowohl zu ergründen als auch grundsätzlich in Frage zu stellen sucht. Trotzdem ist dieses wirkungsmächtige Essay kein Programm der Beliebigkeit, sondern will Grundprobleme der Gegenwart und des Alltags beschreiben. Wir werden Wittgenstein in diesem Masterseminar so lesen, dass Sie vieles von Ihrer Alltagserfahrung und auch den aktuellen öffentlichen Diskussionen zu Gesellschaft, Politik und Kultur vielleicht besser verstehen können. Trotzdem sollen Sie die 'Philosophischen Untersuchungen' auch als sprachtheoretischen Text mit philologischen Mitteln erarbeiten lernen. Einen BN erwerben Sie durch ein Referat.

  • Mittwoch, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 06.04.2022 - 13.07.2022) - 2421.00.90 (Z 23)

MGM 2a/b: Gegenwartsliteratur: Sasa Stanisic

„EINER. EINER SCHREIBT. Einer hat es immer geschafft.“ 

(Stanisic, Vor dem Fest)

 

Das bislang erschienene Werk des 1978 im bosnischen Visegrad geborenen Sasa Stanisic gehört zu den formal wie thematisch innovativsten der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und spiegelt viele der bestimmenden Fragen und Diskurse unserer Zeit. Im Seminar werden wir uns mit Stanisics Romanen, Erzählungen, Kinderbüchern sowie seiner Präsenz in den sozialen Medien (Twitter, Instagram) beschäftigen und diese vor allem unter folgenden Aspekten betrachten: Erinnerung und Vergessen, Krieg und Migration, Heimat- und Identitätskonstruktionen, Sprache und literarisches Erzählen, Fakt und Fiktion, Dorfgeschichte/-roman.

Wir lesen: Wie der Soldat das Grammofon repariert (2006), Vor dem Fest (2014), Herkunft (2019) sowie ausgewählte Erzählungen.

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 13.04.2022 - 13.07.2022) - 2421.03.26

Nachrichtenauswahl

Die Nachrichtenauswahl gehört zu den relevantesten Aufgaben von Journalisten. Sie bestimmt das Realitätsbild, das in den Medien konstruiert wird und ist damit Grundlage auch für Einstellungen und Verhalten des Publikums. Inwiefern die Auswahlkriterien lediglich die Relevanz eines Realitätsausschnittes berücksichtigen bzw. ob zusätzlich die politischen Einstellungen von Journalisten oder die redaktionelle Linie eines Medienangebots in die Auswahlentscheidung einfließen, soll im Seminar diskutiert werden. Dazu befassen wir uns zunächst mit klassischen Ansätzen der Nachrichtenauswahl wie etwa dem gatekeeping, der Nachrichtenwerttheorie und der News Bias Forschung. Wir erweitern dann die Perspektive und nehmen einzelne Nachrichtenfaktoren bzw. –merkmale, typische Präsentationsarten sowie verwandte Ansätze in den Blick, die ebenfalls häufig zur Erklärung von Nachrichtenauswahl herangezogen werden. Zu allen Ansätzen werden jeweils die zugrunde liegenden theoretischen Annahmen sowie die empirischen Umsetzungen besprochen. Unser Augenmerk liegt auch auf der Frage, welche Aspekte des Auswahlproblems mit den klassischen Ansätzen gerade nicht in den Blick geraten.

 

Der Kurs beginnt mit einer Auseinandersetzung zur Relevanz von Nachrichtenauswahl. Hier werden das Problem von Selektion im Allgemeinen und der Bias-Begriff diskutiert. Im Hauptteil befassen wir uns mit klassischen sowie neueren Ansätzen zur Nachrichtenauswahl und lernen die einschlägigen empirischen Studien kennen. Abschließend werden diese  Kenntnisse auf aktuelle Phänomene angewandt. Im Mittelpunkt steht dabei die Reflexion der Nachrichtenauswahl im Online-Bereich.

  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 06.04.2022 - 06.07.2022) - 2321.U1.44 (Z 89)

Politische Bildung und Digitalisierung

Thema:

Die Politische Bildung beschreibt eine elementare Notwendigkeit demokratischer Gesellschaften. Dabei haben die unterschiedlichen beteiligten Akteure verschiedene Aufgaben im Hinblick auf Politische Bildung zu erfüllen. Während die Politik entsprechende Grundsätze verankert, gießen Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen diese in zeitgemäße Konzepte. Diese konkrete Umsetzung und Ausgestaltung der politischen Bildung können BürgerInnen in unterschiedlichen Formen wahrnehmen und in das eigene politische Wissens-, Urteils- und Partizipationsrepertoire aufnehmen. Es herrscht Konsens über den hohen Stellenwert politischer Bildung und sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich ist Politische Bildung etabliert.

Vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft ergeben sich neue Chancen und Herausforderungen einer umfassenden politischen und digitalen Bildung. Es werden neue Möglichkeiten der Vermittlung von politischer Bildung im digitalen Spielfeld ermöglicht, die Optionen aber auch Gefahren bieten. Neue Akteure und Protagonisten politischer Aufklärung und Meinungsmache drängen dabei auf diesen Bildungsmarkt, der dadurch differenzierter aber auch unkontrollierbarer wird. Die damit verbundenen gesellschaftlichen Auswirkungen bekommen vor diesem medialen Hintergrund neue Bedeutungen, die es aus der Perspektive der sozialwissenschaftlichen Forschung zu beleuchten gilt.


    Popularisierung der Medien

    Die Kommunikation über Massenmedien ist eine exklusive Angelegenheit: ein Privileg derjenigen, die Journalismus (erfolgreich) zu ihrer Profession gemacht haben, sowie derjenigen, denen eben diese Journalisten Zugang zu Presse und Rundfunk gewähren.

     

    Über Jahrhunderte haben die journalistischen Gatekeeper ihre Türen fast ausschließlich für Angehörige von Eliten geöffnet: Zu Wort kamen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder (Hoch-)Kultur; selten erhielten ‚Menschen von der Straße’ Gelegenheit, sich selbst darzustellen oder ihre Themen zu kommunizieren.

    Dieses Bild hat sich gewandelt. Inzwischen nehmen Menschen jeder sozialen Herkunft an Massenkommunikationsprozessen teil. Dabei fungiert das Fernsehen als zentrale Plattform: Real-People-Formate wie Daily Talks, ‚Big Brother’ und seine Spin-Offs, Beziehungsshows verschiedenster Couleur sowie die aktuellen Casting-Shows oder Ratgebersendungen sind bevölkert von Akteuren, die in den meisten Fällen keine besondere gesellschaftliche Position oder formale Qualifikation vorzuweisen haben.

     

    Gleichzeitig hat sich mit dem Internet eine mediale Infrastruktur etabliert, in der traditionelle Zugangsbarrieren nicht mehr gegeben sind. Jeder Nutzer, der über ein Mindestmaß entsprechender Medienkompetenz verfügt, kann zum Kommunikator werden.

    Diese Popularisierung der (Massen-)Medien, die mit einem tiefgreifenden Wandel der angebotenen Themen verbunden ist, trifft auf ein ambivalentes Echo. Die einen beklagen Trivialisierung und Werteverfall, die anderen begrüßen die Widerspiegelung der Alltagskultur bzw. die Demokratisierung medialer Kommunikation.

     

    In diesem Seminar, das sich einschlägigen Theorieansätzen und medialen Erscheinungsformen der Populärkultur widmet, sollen die unterschiedlichen Perspektiven diskutiert und anhand konkreter Beispiele untersucht werden. Es schließt inhaltlich an die Vorlesung „Angstmedien – Medienängste“ an.

     

    • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 13.04.2022 - 13.07.2022)

    Rechtsextremismus. Eine Einführung in Theorie und Bewegungen

    Wie können wir aus soziologischer und sozialpsychologische Perspektive Akteure und Unterstützer:innen der extremen Rechte charakterisieren? Was sind ihre ideologischen Überzeugungen?
    Was z
    eichnet einzelne extrem rechte Bewegungen und Gruppierungen im Besonderen aus?

    Zur Beschäftigung mit diesen und verwandten Fragen wird im Seminar der Begriff des ‚Autoritarismus‘ eine wichtige Rolle spielen. Trotz unterschiedlicher Akteure  - vom ‚klassischen Neonazi‘, über Figuren der Neuen Rechten,
    faschistischen Bewegungen weltweit bis hin zu 
    verschwörungstheoretischen Gruppierungen – besteht eine zentrale Gemeinsamkeit der extremen Rechten darin, dass sie stets als ‚autoritäre Revolte‘ (Volker Weiß) auftritt.
    Die Revolte gegen die 
    demokratische Moderne im Namen essentialisierter Kollektive kann so Antisemitismus, Rassismus, Antifeminismus, LGBTQIAP-Feindschaft, Antiuniversalismus und den Glauben an Verschwörungstheorien umschließen und führt oftmals zu Gewalt und Terror gegen diejenigen, die als ‚Feinde‘ markiert werden.

    Anhand einer einführenden Diskussion aktueller Forschung zu Autoritarismus in der extremen Rechten sowie der Beschäftigung mit Fallbeispielen verschiedener Akteure, die dieser zugerechnet werden können, soll ein Einstieg in ein breites
    und bisweilen unübersichtliches 
    Forschungsfeld ermöglicht werden. Neben der gemeinsamen Auseinandersetzung mit relevanten Begriffen und Konzepten liegt ein Schwerpunkt des Seminars in der eigenständigen Beschäftigung mit spezifischen extrem rechten Bewegungen (und deren Ideologien) und deren Vorstellung im Seminar.

    Es wird vorausgesetzt, dass Sie bis zur ersten Sitzung am 02.09. "Aspekte des neuen Rechtsradikalismus. Ein Vortrag", herausgegeben von Volker Weiß, gelesen haben, um die für das Seminar relevanten Grundzüge besser
    nachvollziehen zu können.
    Der Band hat 86 Seiten und ist über die Seite der ULB als elektronisches Dokument erhältlich.

     

    TERMINE:

    02.09.

    17.09.

    18.09.

    24.09.

    25.09.

    • 09:00 - 15:00 (Blockveranstaltung + Sa und So, 17.09.2022 - 18.09.2022) - 2303.01.61 (Z 36)
    • 09:00 - 15:00 (Blockveranstaltung + Sa und So, 24.09.2022 - 25.09.2022) - 2303.01.41 (Z 34)
    • Freitag, 09:00 - 12:00 (Einzeltermin, 02.09.2022 - 02.09.2022) - 2303.01.43 (Z 44)

    The History of World Population. Geschichte der Weltbevölkerung

    Um 1800 lebten ca. 1 Milliarde Menschen auf der Erde, bis heute ist diese Zahl auf über 7,8 Milliarden gestiegen und wird sich nach zahlreichen Prognosen im Verlauf des 21. Jahrhunderts auf 10 Milliarden oder mehr erhöhen. Dieses rasche Wachstum der Weltbevölkerung schürt weitreichende Ängste und gilt mittlerweile als eine der großen Herausforderungen der Zukunft. Diese Bedenken sind allerdings keineswegs neu. Bereits um 1800 warnte der Engländer Thomas Malthus vor “Überbevölkerung” und ihren Folgen. Seine Prognosen erfüllten sich allerdings nicht, zumindest nicht für Europa und Nordamerika. Besonders in Europa wird eine „Überalterung“ mit anschließendem Bevölkerungsrückgang diskutiert. Dagegen verläuft das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern nahezu ungebremst. Welche Rolle werden Epidemien und Pandemien in der globalisierten Welt spielen. Das Seminar beschäftigt sich deshalb sowohl mit dem Wandel der Bevölkerungstheorie als auch mit den Ursachen der Bevölkerungsbewegungen während der letzten 200 Jahre. Im Spannungsfeld der unterschiedlichen Entwicklungen in den Industrienationen und den sog. “less developed countries” sollen dabei Veränderungen von Geburtlichkeit und Sterblichkeit, im Heiratsverhalten sowie die Folgen von Wanderungsbewegungen analysiert und wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Zusammenhänge herausgearbeitet werden.

    • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 14.04.2022 - 14.07.2022) - 2321.U1.46 (Z 109)

    Tiere und Konsum

    Tiere werden in der Soziologie zunehmend als wichtige soziale Akteure anerkannt und die empirischen und theoretischen Überlegungen zu ihrem Status als agents nehmen zu. Dies legt nahe, sich die Frage zu stellen, wie sich Tiere in die Inanspruchnahme von Gütern und Dienstleistungen zur unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung durch private oder öffentliche Haushalte einfügen, denn Konsum gehört zu den wichtigen Elementen der Stabilisierung und Veränderung von Gesellschaft:  Konsum treibt Wirtschaft voran und strukturiert Produktion, sie zeigt aber auch gesellschaftlichen Status an und drückt Präferenzen, Überzeugungen und Weltverständnisse aus. In fast allen Bereichen des sozialen Lebens wird konsumiert und so steht zu erwarten, dass Tiere hier auch eine prominente Stellung einnehmen. Das Seminar befasst sich auf der Basis theoretischer Überlegungen und empirischer Studien mit den vielschichtigen Momenten der Verbindung von Tieren und Konsum. Dadurch soll noch einmal aus der Perspektive der human-animal-studies ein Blick auf Gesellschaft und den sie strukturierenden Konsum geworfen werden.

    • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 05.04.2022 - 12.07.2022) - 2321.U1.95 (Z 44)

    Verantwortlichkeit: