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Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität

Lehrveranstaltungen zu Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität

'Diffracting Diffraction' - Queere und dekoloniale Raumzeitmaterialisierungen nach dem Anthropozän

Dazu kommen zwei Blocktermine in Köln: am 22./23.6. und am 6./7.7.18

Räume:

Am 22.6.18 in Raum H121 (ehemals Hörsaal 1) in der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln (zwischen Gronewaldstr., Frangenheimstr. und Herbert-Lewin-Str., Nähe Haltestelle Universitätsstraße.

Am 23.6. in Raum XIa im Hauptgebäude der Universität zu Köln, Albertus-Magnus-Platz, Nähe Haltestelle Universität.

  • Montag, 12:30 - 14:00 (Einzeltermin, 23.04.2018 - 23.04.2018) - 2302.U1.61 (Z 24)
  • Montag, 12:30 - 14:00 (Einzeltermin, 11.06.2018 - 11.06.2018) - 2453.01.81

BFM 3a/b Erzählte und erzählende Körper in der mittelalterlichen Literatur

Darstellungen und Inszenierungen von Körpern und Körperlichkeit sind schon seit längerer Zeit ein zentraler Gegenstand der literaturwissenschaftlichen und vor allem auch mediävistischen Auseinandersetzung. Nicht erst seit dem so genannten body turn in den Sozialwissenschaften, wie er sich insbesondere in der Etablierung und Ausbreitung der Körpersoziologie manifestiert (vgl. Villa 2008), steht die Körperthematik im Zentrum historisch-anthropologischer Überlegungen der mediävistischen Literaturwissenschaft. Während der Körper in jüngeren soziologischen Auseinandersetzungen als Verinnerlichung sozialer Normen und damit als Speicher ebensolchen Wissens, als sozial konstruiert und performativ inszeniert und damit gerade nicht als natürliche, faktische Gegebenheit verstanden wird, begreifen auch erwähnte anthropologisch orientierte literaturwissenschaftliche Arbeiten den Körper nicht als biologisches Faktum, sondern vielmehr als komplexes soziokulturelles Zeichen, das im Schnittpunkt divergierender lebensweltlicher Sinnsysteme steht. Vor allem im Bereich der gender studies, aber auch im Rahmen der Emotionsforschung und in einem psychoanalytischen Kontext sind Körper und die mit ihnen eng zusammenhängenden Aspekte wie Geschlecht und Sexualität, aber auch Materialität und Kommunikation, Identität und Zivilisation, Wahrnehmung und Erinnerung immer wieder in den Blick geraten. Prämisse solcher Auseinandersetzungen ist dabei die Annahme einer stets gattungs-, typen- und diskursspezifischen Darstellung und Behandlung von Körperlichkeit, wobei die Beurteilungen über das konkrete Verhältnis zwischen literarischer Inszenierung und außerliterarischer Wirklichkeit zum Teil erheblich divergieren. Konsens herrscht allerdings hinsichtlich der Relevanz und Bedeutung, die dem Körper im Mittelalter vor allem aus einer physiologisch-anthropologischen Perspektive beigemessen wurde.

Das Seminar möchte im Rekurs auf solche Forschungsarbeiten zunächst ohne Bezug auf realhistorische Zusammenhänge die literarische Signifikanz des Körpers in verschiedenen Texten des Mittelalters in den Blick nehmen: Wie werden Körper und Körperlichkeit dargestellt und inszeniert? Welche poetischen Strategien werden dabei verwendet, welche gelehrten Diskurse aufgerufen und welche anthropologischen Wissensbestände aktiviert? Wie werden kranke und gesunde, heilige und profane, männliche und weibliche, monströse, deformierte oder animalisierte Körper erzählt? Zudem soll es um die anhand dieser Inszenierungen vermittelten Semantiken gehen: Was erzählen die derart erzählten Körper? Geht es um die Festigung von Geschlechtsstereotypen, die Ausgrenzung des Fremden und Unhöfischen, um die Thematisierung von Identität und Individualität?  Da die zu untersuchenden Körperinszenierungen in verschiedenen Erzähltexten (Märe, höfischer Roman, Antikenroman, Prosaroman) dabei gewissermaßen doppelt konstruiert sind – der Körper als historisch spezifisches, kulturelles und soziales Konstrukt ist Produkt einer narrativen Konstruktion –, kann abschließend auch die Frage nach der Rolle von Literatur für die Festigung und Tradierung von auf den Körper bezogenen Normen und sozialen Semantiken diskutiert werden.

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 09.04.2018 - 16.07.2018) - 2421.U1.21 (Z50)

Cross-dressing through the ages

Playful ”camp” fun, erotic pleasure, practicality, expression of gender identity (or its disguise), sociopolitical statement, a wish to stand out, cultural traditions, expanding one’s horizons - the potential motivations to cross-dress are legion. Equally various are the reactions to it: ranging from admiration and amusement to outrage, derision, discrimination and physical violence. It is obvious that cross-dressing and transvestism have the potential to subvert social expectations of traditionally gender-appropriate dress codes. However, by way of confirming the way in which clothes are gendered and of being stylized as ”other” or even unnatural, they may also serve ultimately to reaffirm existing gender stereotypes. These conflicting effects, of course, feed into controversies surrounding cross-dressing.

At the same time, cross-dressing can create humorous effects that subdue or interact with its political power of subversion, and it is precisely the heterogeneity of cross-dressers (in terms of both motivation and execution) that makes cross-dressing a highly complex set of practices worth investigating.

In this class, we will have a closer look at how cross-dressing has been depicted and dealt with through the ages, starting out with William Shakespeare’s works and ending in our time. We will specifically focus on dramatic rather than epic or lyrical depictions of these practices (including television) since the dramatic mode comes with its own unique difficulties both in the production and the reception of a play that can interact with the gender performance of cross-dressing in interesting and telling ways. Following the basic approaches to cross-dressing/drag as established in Judith Butler’s Gender Trouble, supplemented by more recent theoretical developments from the field of queer studies, we will discuss individual motivations for crossdressing, sociopolitical reactions to it, and the impact it can have on a changing society, as reflected in dramatic works over time, thus combining individual/psychological and social/political approaches to this topic.

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 11.04.2018 - 20.07.2018) - 2332.U1.47

Gender Studies – Ursprung und Entwicklungen der Debatte über Geschlecht und Differenzen

Die Diskurse über Geschlechtlichkeit und Begehren, über Diversität und Normativität stehen im Zentrum einer Debatte, die zugleich politisch wie wissenschaftlich zu sein beansprucht. Gender Studies als aktuelle Bezeichnung einer Forschungsperspektive stehen vor der Herausforderung, sich gegen Vorwürfe der Parteilichkeit wehren zu müssen. Zugleich liefern sie notwendige Fragen für alle wissenschaftlichen Disziplinen. Insbesondere in den Geisteswissenschaften hat sich in der Folge feministischer Theorien und dekonstruktivistischer Ansätze eine vielschichtiges Dispositiv entwickelt, das Unruhe stiftet und Aufklärung sucht. In den Medien- und Kulturwissenschaften bieten sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für Fragen zu Geschlecht(ern) und Differenzen. Im Seminar wird eine Auswahl an einflussreichen Texten von der feministischen Philosophie über Gender- und Queerstudies bis hin zur Intersektionalität erörtert sowie ihre Anwendbarkeit auf unterschiedliche Phänomene der Gesellschaft, ihrer Medien und kulturellen Praktiken untersucht.

  • Dienstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 10.04.2018 - 20.07.2018) - 2303.01.63 (Z 26)
  • Samstag, 10:00 - 18:00 (Einzeltermin, 07.07.2018 - 07.07.2018) - 2421.03.84 (Z30)

Introduction to Transnational Queer Studies: Asian and European Perspectives

Queer studies/theory originally emerged in the late 1980s and early 1990s in the US and rapidly spread among Asia in the mid 1990s. 

The course provides students with a basic understanding and a critical approach for Queer studies in/about Asia.

Gender and sexuality are key perspectives to understand cultures and human activities, however, they are often historically used to misrepresent other cultures and people. Through reading classic texts of Queer theory and representative works of Queer studies in/about Asia (mainly Japan but not limited), the course seeks to discuss the following questions:

 

- How have cultural differendes, especially between the West and East, been expressed in Queer studies/theory?

- How did Asian Queer studies adopt Euro-American Queer studies/theory and how did it struggle with Anglophone-centrism/Western-centrism within Queer studies/theory?

- What are the contemporary issues of Queer studies/theory in/about Asia?

 

  • Freitag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 13.04.2018 - 20.07.2018) - 2421.04.61 (Z20)

Legislatives Verhalten im Vergleich

Parlamentarier befinden sich in einem Spannungsverhältnis u.a. zwischen Eigeninteressen und Fraktions- sowie Parteiinteressen, das sich direkt oder indirekt auf legislative Handlungen auswirkt. Im Rahmen dieses Vertiefungsseminares werden wir der Frage nachgehen, welche Arten legislativen Verhaltens es gibt und welche Faktoren dieses beeinflussen.

 

Neben einer grundsätzlichen Vorstellung davon, was legislatives Verhalten ist, spielt auch das Verständnis der verschiedenen Rollen, die ein Abgeordneter ausüben bzw. einnehmen kann, eine Bedeutung für die darauffolgenden Sitzungen. 

Faktoren, die auf die verschiedenen Handlungsmöglichkeiten einen Einfluss haben können, werden dann im weiteren Verlauf des Seminars thematisiert und vordergründig dahingehend analysiert, unter welchen Bedingungen Sie für das legislative Verhalten eine Rolle spielen und wie genau sie sich auf dieses auswirken. Dabei werden wir uns Faktoren anschauen, die auf der Systemebene angesiedelt sind (z.B. das Wahlsystem, die Kandidatenauswahl sowie das Regierungssystem). Ein Schwerpunkt wird aber auf den Einflussfaktoren liegen, die auf der Ebene des einzelnen Abgeordneten angesiedelt sind (z.B. (politische) Biographie, Migrationshintergrund, Religion und Gender). Eine der Fragen, für die wir eine Antwort erarbeiten werden, ist dabei folgende: Warum unterscheiden sich weibliche und männliche Parlamentarier bzgl. ihres Verhaltens im Plenum?

 

Ziele des Seminars sind, dass die Studierenden nicht nur die Erkenntnisse der aktuellen Forschung zum Seminarthema wiedergeben, analysieren und einordnen können, sondern ebenfalls

  • die zentralen Aspekte theoretischer und empirischer wissenschaftlicher Literatur herausarbeiten und wiedergeben sowie
  • den Aufbau empirischer Studien in der vergleichenden Politikwissenschaft nachvollziehen, kritisch reflektieren und selber entwickeln können.

  • Donnerstag, 08:30 - 10:00 (wöchentlich, 12.04.2018 - 19.07.2018) - 2331.U1.66 (Z 46)

Queering Space - Queer Spaces? (Fr 12.30)

Space is a concept which goes far beyond geographical or physical location. Thinkers and theorists like Michel Foucault, Henri Lefebvre and Michel de Certeau are but three of the numerous scholars who have been reading space as a construct that is dependent on a number of influences on the person who engages with them.

How can space be queer – or even queered? How do spatial and queer theories interact (or contradict each other) when reading and defining spaces? How can literature engage with this spatial richness, present space and spatial signification?

This seminar will have at its core the three texts listed below. Whereas Baldwin and Holleran focus on the re-inscription of spaces as locations of intimacy and a marginal sexuality, Bechdel looks at the home space as a potentially queered space. Fun Home, as a graphic memoir, will be particularly challenging as reading graphic narratives necessitates different reading and analysing techniques than textual narratives. The seminar will try to convey the rudimentary techniques of the analysis of graphic texts as well as discuss it in the context of the seminar.

Students will be given the opportunity to present other texts or ideas concerning spatiality in a ‘project session’ towards the end of term.

Participants should be prepared to engage in the discussion of – at times – sexually explicit literary texts.

  • Freitag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 13.04.2018 - 20.07.2018) - 2421.U1.21 (Z50)

Speculative Fiction: Reclaiming the Past, Claiming the Future (Do 12:30)

 

 

Since the late 1960s, feminist, queer, and black writers have used the genre of speculative or 'science' fiction to explore the past, the present, and the future. Authors like Margaret Atwood, Octavia Butler, Nalo Hopkinson, N. K. Jemesin, and Nnedi Okorafor have speculated on the consequences of current social arrangements; they have explored alternative forms of living and being; they have invented a past when histories have not been passed on. In this course, we will look at the forms of temporalizations offered in those works, to find out how and why the past is reclaimed, the present criticized, and the future envisioned.

 

 

Course expectations:

Active participation; 1 x course presentation (in a group); 2 x development of discussion questions.

Exams:

Oral exam (15-30 min); or written essay (20-25 pages); or proctored written examination (90 min); or project report; or presentation at a student conference (15 min).

 

 

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 12.04.2018 - 20.07.2018) - 2332.01.65

Translating Sex (Mo. 12:30)

In this seminar, we will translate sex scenes from erotic literature and other genres. Most literary translators will come across descriptions of sexual intercourse sooner or later in their careers, so what to keep in mind when translating them? After all, sex scenes are apparently so hard to write and prone to being unintentionally hilarious that Literary Review annually awards an ”outstandingly bad scene of sexual description in an otherwise good novel” with the Bad Sex Award.[1]

In order to adequately translate sex scenes, even poorly written ones, we must first reflect on their function within the work of fiction, which may vary depending on genre and context. We will discuss concepts and genre distinctions like erotica and pornography, questions of gender as well as different taboos regarding sexuality and explicitness in source and target cultures. We must understand and describe sequences of movements and, of course, try to write appealing target texts in the German language, which is not particularly famous for its erotic sound.

[1] https://literaryreview.co.uk/bad-sex-in-fiction-award

 

Texts to be translated include excerpts from:

 

Tropic of Cancer by Henry Miller, Lady Chatterley’s Lover by D.H. Lawrence, The God of Small Things by Arundhati Roy, Kristen Roupenian’s viral Cat Person from The New Yorker, and Delta of Venus by Anaïs Nin.

 

Suggested Introductory Reading:

Hoberg, Rudolf [Herausgeber]. Sprache - Erotik - Sexualität. Berlin: E. Schmidt, 2001.

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 09.04.2018 - 20.07.2018) - 2303.01.61 (Z 36)

Verantwortlichkeit: