HOCHSCHULEN ZEIGEN HALTUNG
Die Heinrich-Heine-Universität beteiligt sich an der bundesweiten Kampagne
Hochschulen sind Orte des offenen Diskurses, der Vielfalt und der kritischen Reflexion. In Zeiten zunehmender Angriffe auf Wissenschaft und Demokratie ist es wichtiger denn je, Haltung zu zeigen. Gemeinsam mit vielen anderen Hochschulen bundesweit setzt die HHU ein Signal für eine offene, solidarische und freie Wissenschafts- und Hochschulkultur, in dem sie die bundesweite Kampagne „HOCHSCHULEN ZEIGEN HALTUNG" unterstützt.
Am 13. Oktober 2025 startete die Kampagne, die von einem Netzwerk unterschiedlicher Diversitäts-, Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsakteur*innen an deutschen Hochschulen ins Leben gerufen wurde.
Hochschulen sind offene soziale Räume, in denen Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammen studieren, arbeiten und forschen. Sie sind Orte der kritischen Reflexion – auch über gesellschaftliche Verhältnisse. Sie wirken so in die Gesellschaft hinein. Gleichzeitig sind sie Garanten für Innovation und gesellschaftlichen Fortschritt. Wie groß die gesellschaftliche Bedeutung von Hochschulen ist, zeigen auch die massiven Angriffe gegen sie, nicht nur in den USA, auch hierzulande.
Die 10 zentralen Botschaften:
Wissenschaft braucht Freiheit von politischer Einflussnahme. Sie ist Grundlage für Innovation, Fortschritt und Demokratie und muss aktiv verteidigt werden.
Wissenschaftsfreiheit ist im Grundgesetz verankert – es schützt Forschung vor politischen Eingriffen. Eine freie Wissenschaft ist die Basis für Innovation, Fortschritt und Demokratie. Doch immer öfter werden Forscher*innen bedroht, ganze Forschungsdisziplinen diffamiert oder deren Arbeit eingeschränkt – sogar im Namen der Wissenschaftsfreiheit.
Wo Wissenschaft unter Druck gerät, ist auch die Demokratie in Gefahr.
Wissenschaft lebt von kritischem Denken und neuen Ideen, nicht von ideologischer Verzerrung. Autoritäre Denkverbote gefährden den offenen Diskurs.
Wissenschaft lebt von innovativen Ideen, systematischer Analyse, kritischem Austausch, Wahrheitssuche und Ergebnisoffenheit – nicht von ideologischer Verzerrung, rechtspopulistischer Vereinfachung oder autoritären Denkverboten. Sie schätzt Komplexität, stellt dogmatische Wahrheitsansprüche infrage und macht marginalisierte Perspektiven sichtbar. Gerade deshalb wird sie von Rechtsextremen und Populisten angegriffen.
Nicht neue Ideen und Forschungsansätze bedrohen die Wissenschaft, sondern der Versuch, sie autoritär zu disziplinieren.
Wissenschaft liefert überprüfbare Fakten und stärkt kritisches Denken. Sie ist ein wirksames Mittel gegen Desinformation und Populismus.
Demokratie braucht überprüfbare Fakten. Hochschulen liefern sie. Wissenschaft prüft Behauptungen, stärkt kritisches Denken, schafft Orientierung – und ermöglicht so fundierte Entscheidungen. Genau darum versuchen rechtsextreme und populistische Kräfte, sie zu delegitimieren und mundtot zu machen.
Wissenschaft ist unser wirksamstes Mittel gegen Mythen und Desinformation.
Hochschulen brauchen Autonomie in Forschung, Lehre und Struktur. Politischer und ökonomischer Druck gefährdet Vertrauen und Innovationskraft.
Hochschulen brauchen Gestaltungsfreiheit – in Forschung, Lehre und Struktur. Nur frei von politischen und ökonomischen Zwängen kann sich Wissenschaft voll entfalten. Politischer Druck untergräbt das Vertrauen in die Wissenschaft, die neoliberale Verwertungslogik erstickt den Drang nach Erkenntnis, und die seit Jahren bestehende Unterfinanzierung der Hochschulen hemmt Fortschritt und Innovation.
Hochschulen brauchen Autonomie – statt Sparzwängen und autoritärer Einflussnahme.
Wissenschaftliche Exzellenz entsteht durch Perspektivenvielfalt. Chancengerechtigkeit ist eine bildungspolitische Notwendigkeit – keine Nebensache.
Wissenschaft lebt von vielfältigen Perspektiven, Methoden und Fragestellungen. Hochschulen haben den Auftrag, das Grundrecht auf Bildung für alle durchzusetzen. Chancengerechtigkeit ist kein Luxus für Minderheiten, sondern bildungspolitische Notwendigkeit und Voraussetzung für wissenschaftliche Exzellenz. Doch rechtsextreme und populistische Angriffe auf marginalisierte Gruppen, Diversitätsarbeit und diskriminierungskritische Forschungsfelder nehmen zu.
Wissenschaft braucht Perspektivenvielfalt – nicht Einfalt und Ausgrenzung.
Hochschulen sind Räume des Dialogs und des globalen Austauschs. Abschottung und Einschränkung gefährden ihre gesellschaftliche Relevanz.
Hochschulen sind Räume der Vielfalt, des Dialogs und des globalen Austauschs. Doch autoritäre Kräfte wollen sie abschotten und gesellschaftskritische Stimmen zum Schweigen bringen. Wo sich Wissenschaft verschließt, verliert sie ihre soziale Relevanz und Innovationskraft. Gesellschaftliche und globale Krisen werden dadurch befeuert, aber nicht gelöst.
Offenheit ist der Schlüssel zu Erkenntnis, Fortschritt und Demokratie.
Kritische Disziplinen und Diversitätsarbeit machen Wissenschaft zukunftsfähig. Kürzungen unter dem Vorwand von Bürokratieabbau sind gefährlich.
Kritische Disziplinen wie Klima-, Geschlechter- und Rassismusforschung stehen zunehmend unter Beschuss. Unter dem Deckmantel von „Bürokratieabbau“ drohen Kürzungen bei Gleichstellungs-, Diversitäts- und Antidiskriminierungsarbeit an Hochschulen. Gerade die Förderung dieser Forschungs- und Arbeitsbereiche macht Wissenschaft inklusiv, relevant und zukunftsfähig.
Was aufklärt, schützt und verbindet, darf nicht gekürzt werden.
Angriffe auf Einzelne sind Angriffe auf die Wissenschaft und Gesellschaft. Solidarität bedeutet, gemeinsam und sichtbar Haltung zu zeigen.
Hass, Bedrohung und Gewalt gegen Studierende, Lehrende und Forschende nimmt zu – ob rassistisch, queerfeindlich oder antifeministisch. Doch Angriffe auf einzelne Forscher*innen und Zugehörige strukturell diskriminierter Gruppen sind ein Angriff auf die freie Gesellschaft und die Wissenschaft an sich. Solidarität bedeutet, gemeinsam Haltung zu zeigen – sichtbar, entschlossen, intersektional.
Ein Angriff auf Einzelne ist ein Angriff auf uns alle.
Wissenschaft braucht gerechte Bildungs- und Karrierechancen. Hochschulen müssen sich klar gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit positionieren.
Rechtsextreme Hetze zielt bewusst auf diskriminierungskritische Forschung und Maßnahmen für Gleichstellung, Diversität und soziale Gerechtigkeit. Doch Wissenschaft lebt von Teilhabe, Perspektivenvielfalt und gerechten Bildungs- und Karrierechancen für alle. Hochschulen tragen die Verantwortung dafür, Ausgrenzung, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit klar zu widersprechen.
Chancengerechtigkeit ist kein „nettes Extra“, sondern ein demokratischer Grundwert.
Kritischer Diskurs ist Voraussetzung für Erkenntnis und Demokratie. Wissenschaft darf nicht autoritätskonform werden – sie muss unbequem bleiben.
Wissenschaft lebt vom kritischen Diskurs – nicht von Unterordnung und Konformität. Die kritische Betrachtung von Wissensbeständen und Herrschaftsstrukturen ist keine Gefahr, sondern Voraussetzung für Erkenntnis, Aufklärung und Demokratie. Autoritäre Kräfte wollen Forschung kontrollieren, weil sie gesellschaftliche Veränderung und Statusverlust fürchten.
Wer eine autoritätskonforme Wissenschaft will, schwächt ihre demokratische Kraft.